Fotos   August 2004
Ein Ankerplatz für die "Freiheit"

Die Tjalk "Freiheit", eines der drei Wupperschiffe, musste im August 2004 die Bahnhalle in Leverkusen-Opladen verlassen. Mit großem logistischem Aufwand hat der Förderverein das Schiff aus der Halle holen und auf das Gelände des Bayer Chempark Leverkusen bringen lassen.



Tjalk
Foto: Hehmann

 
Nach dem vergeblichen Versuch, das Schiff aus der Halle zu ziehen: Warten auf das LKW-Bergungsunternehmen
Tjalk
Foto: Hehmann

 
Jetzt mit viel Power und PS:
erneuter Versuch, das Schiff aus der Halle zu bekommen
Tjalk
Foto: Hehmann

 
... und es bewegt sich doch!
Tjalk
Foto: Hehmann

 
Der Kran hebt die "Freiheit" auf den Spezialtransporter, Zentimeter um Zentimeter - Maßarbeit!


Aus einem Brief des Vereinsvorsitzenden an Mitglieder und Freunde

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Freunde,

am Donnerstag, den 12. August 04 haben wir ein hartes Stück Arbeit vollbracht. Die Tjalk wurde von der Opladener Bahnhalle auf das Bayer-Werksgelände, an die Remise des Autohofes gelegt. Die Arbeiten an der Tjalk durch das ABM-Projekt mussten schon im April d.J. beendet werden, weil das Geld aufgebraucht war. Wir hatten dann die Halle noch bis 15. August gemietet, um die Innenausbauarbeiten weiterführen zu können.

Das ist uns auch gut gelungen. So haben wir in der Vorpiek den Ankerkettenkasten aus Stahlblech und Konsolen für die Heizgeräte gebaut. Die Heckkajüte wurde mit der notwendigen Stahlkonstruktion versehen, auf die sich Kojen und Schränke bauen lassen. Weiter wurde für die Dachkonstruktion, die aus Holzplatten besteht, eine Innenverriegelung, für die uns das Wuppermann-Bildungswerk die Einzelteile gefertigt hat, eingebaut. Wir hätten gerne noch mehr gearbeitet, doch fehlte es wieder mal an Geld und auch an Helfern, sprich Arbeitskräften.

Größte Unterstützung hatten wir in Meinolf Hehmann, der den gesamten Ausbau konstruktiv begleitet, Franz-Josef Olbertz, Schatzmeister, der Material organisierte und immer dann gefragt war, wenn die Arbeit schwer wurde. Wolfgang Fliegel, der die Montage begleitete, besonders bei der Holzplattenverriegelung. Eine besondere Erwähnung verdient Walter Filla, der als freiwilliger Helfer (kein Vereinsmitglied) sämtliche Schweißarbeiten souverän durchführte. Zuletzt möchte ich mich auch noch nennen, denn es hat mir großen Spaß gemacht, an diesen Arbeiten mitgeholfen zu haben.

Der Höhepunkt lag aber in der Verlegung der Tjalk aus der Halle. Die Organisation lag in den Händen von Gabriele Pelzer. Lange vor dem Termin hatte sie mit der Firma gesprochen, die uns die Stahlbleche (3 m x 1,5 m x 2 cm ) legen wollte, um darauf die Schienen für den Rollschlitten, auf dem die Tjalk aufgebockt war, anschweißen zu können, und eine Zusage erhalten. Kurz vor dem Termin konnte die Firma jedoch die Zusage nicht mehr einhalten. Die ganze Aktion drohte zu platzen. Aber wer mit der Aufgabe von unserer Geschäftsführerin gerechnet hatte, wurde angenehm überrascht. Nach drei weiteren Anfragen lagen die Platten, geliefert durch eine Firma aus Gelsenkirchen, am Donnerstag um 15:30 Uhr auf der Rampe, und die restlichen Schienen konnten aufgeschweißt werden.

Wer nun dachte, die Arbeit sei getan, wurde wieder überrascht. Eine Firma, die uns großzügiger Weise kostenlos die Zugmaschine zur Verfügung gestellt hatte, um das Schiff auf den Schienen aus der Halle zu ziehen, musste passen. Die Maschine schaffte es nicht. Die Aktion drohte wieder einmal zu platzen. Nach dem Motto "Geht nicht, gibt's nicht" wurde eine Schwertransportfirma auf den Platz geholt, die den aufsitzenden Wupperkahn aus seinem Arbeitsquartier wieder ins Freie zog.

Inzwischen waren viele Schaulustige hinzugekommen, die uns mit Rat und auch mit Tat unterstützten. Ein junger Mann half uns beim Baum fällen, der dem Lastseil des Hubkrans im Weg war. Eine Frau brachte uns Getränke - es war an dem Tag schwül-heiß.

Nachdem das Schiff auf dem Tieflader saß und vertäut war, begann sofort die Demontage der Schienen, denn am nächsten Tag sollten die Blechplatten wieder nach Gelsenkirchen geholt werden. Inzwischen war es dunkel geworden, und das Tor der Halle sollte verschlossen werden. Allein, es ließ sich nicht mehr schließen, zumal wir erkannten, dass die Rollenführung der Aufhängung defekt war und das Tor aus der Verankerung zu kippen drohte. Deshalb ließen wir die Sache auf sich beruhen bis zum nächsten Tag.

Als wir das Gelände verließen, war bereits der Zeitpunkt gekommen, wo der Schwertransport das Bahngelände durch den Hauptpförtner verließ. ... Mittlerweile war es 22:00 Uhr geworden, und unsere Körper waren müde und schmutzig. Zu Hause warteten Abendessen und Dusche.

Am nächsten Tag habe ich in der Halle noch einige Arbeiten vorgenommen, und vor allem bin ich dort hingefahren, um das Tor zu schließen. Die Freude war groß, als ich Helge Ehlers, ein Mitglied der Gruppe vom Kulturausbesserungswerk, welches in der Nachbarschaft liegt, schon an der Halle sah, der das Tor bereits halb geschlossen hatte. Schnell holte wir noch weitere Rohre und Materialien, mit denen wir das vergammelte und fast unbewegliche Tor Millimeter um Millimeter in seine geschlossene Lage brachten. ...

Den für die Durchfahrt durchtrennten Zaun auf dem Bahngelände habe ich am Montag, dem 16. August, zusammen mit Herrn Filla wieder zusammengeschweißt.

Helfer gesucht: Bitte melde sich, wer Zeit hat für den Rest der Arbeiten!

Karl Lange, Vorsitzender
Förderverein Schiffsbrücke Wuppermündung e.V.
Leverkusen, den 17. August 2004


Schiffe
Foto: Hehmann

 
Und wieder gibt es ein Hindernis: Eine Birke ist im Weg. Sie muss gefällt werden.
Tjalk
Foto: Hehmann

 
Kaum ist das Schiff fertig verpackt auf dem Spezialtransporter, werden die Schienen von den Stahlplatten entfernt.
Tjalk
Foto: Hehmann

 
Unermüdlich im Einsatz: Walter Filla - hier beim Auseinandertrennen des Schlittens, der monatelang das Wupperschiff getragen hat
Tjalk
Foto: Brüggemann, Firma Max Goll

 
Der etwa 33 m lange Transporter - mit Schiff - konnte nur große breite Straßen benutzen und fuhr daher erst gegen 22:00 Uhr mit Polizeigeleitschutz Richtung Bayer Chempark.
Tjalk
Foto: Brüggemann, Firma Max Goll

 
Enge Kurven waren tabu für diesen Spezialtransport. Schließlich landeten LKW und Schiff wohlbehalten auf dem Gelände des Bayer Chemparks.
Foto: Halberstadt

 
Nur über Nacht konnte der Standortwechsel des Wupperschiffs auf das Bayer-Gelände vollzogen werden.

Foto: Halberstadt

 
Bayer Chempark Leverkusen:
Die "Freiheit" hängt am Haken und schwebt auf die vorbereiteten Holzbalken auf den Autohof.

Foto: Halberstadt

 
Bayer Chempark Leverkusen:
Vom Spezialtransporter wird die "Freiheit" per Kran auf ihren Zwischenliegeplatz vor den Remisen auf den Autohof gehoben.