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In der Halle des Ausbesserungswerks in Leverkusen-Opladen:
Tag der "offenen Werft"

Am 3. Adventssonntag konnten die Leverkusener das erste der drei sanierten Wupperschiffe auf heimischem Boden wiedersehen. Eine Bahnhalle, die seit geraumer Zeit als Werft dient, war geöffnet: Die Tjalk "Freiheit" befindet sich auf dem Gelände des Bahn-Ausbesserungswerks an der Werkstättenstraße und wird dort in einem ABM-Projekt unter Federführung des Kolping-Bildungswerks und des Arbeitsamts innen ausgebaut. Am Tag der "offenen Werft" konnte das Schiff aus der Nähe betrachtet werden. Trotz des ungemütlichen Wetters fanden viele Bürger den Weg zum Schiff, kletterten hinein und waren überrascht, wie groß die "Freiheit" ist - von wegen "Kahn".

Der Innenausbau des ersten der "Wupperschiffe" erfolgt in einem ABM-Projekt, das Langzeitarbeitslosen und benachteiligten jungen Leuten helfen soll, einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu finden. Zusammen mit dem Kolping-Bildungswerk und dem Arbeitsamt wird der Förderverein Schiffsbrücke Wuppermündung in diesem Projekt die Tjalk "Freiheit" bis März 2004 innen wieder für die Nutzung als Gastronomieschiff ausbauen. In der zum Ausbesserungswerk der Deutschen Bahn gehörenden Halle ist eine komplett ausgestattete Werkstatt vorhanden.

Der Innenausbau eines solchen Schiffes bietet gute Möglichkeiten, um Arbeitslose in verschiedenen Gewerken (Metall-, Holz-, Maler- und Lackiererarbeiten) zu qualifizieren und "on the job" zu trainieren.

"Mit im Boot" bei der Finanzierung des Projekts sind verschiedene Partner. Das Arbeitsamt übernimmt das Arbeitnehmer-Brutto der Teilnehmer (ca. 70.000 Euro). Besonders hervorzuheben ist das große finanzielle Engagement der Bayer AG, die mit 102.000 Euro die Personalkosten des Anleiters, der sozialpädagogischen Betreuung und einen Großteil der Sachkosten (Aufwand für Miete, Energie usw.) trägt.

Der Part des Fördervereins liegt bei den Materialkosten, die sich auf geschätzte 30.000 Euro belaufen werden. Der Verein hat sich dazu verpflichtet, über Spenden diese Kosten aufzubringen. Dafür sammelte der Förderverein am Tag der offenen Werft und wandte sich mit der dringenden Bitte an die Besucher, bei der Finanzierung zu helfen.




Die "Freiheit" macht Fortschritte

Beim Tag der offenen Werft konnte
das erste der drei zu sanierenden Wupperschiffe bestaunt werden.

Von JAN STING

Achim Trunk liebt die "Freiheit". Jeder Winkel der 20 Tonnen schweren Tjalk ist dem Leiter des von Kolping-Bildungswerk und Arbeitsamt betriebenen Sanierungsprojekts vertraut. Über jede Niete der 100 Jahre alten Eisenplatten weiß er bescheid. Die "Freiheit" ist das erste der insgesamt drei historischen Wupperschiffe, die Gabriele Pelzer und ihr Förderverein Schiffsbrücke wieder an die Wuppermündung bringen wollen. Am Sonntag, beim Tag der offenen Werft, konnten sich die Freunde der Binnenschifffahrt umsehen. Im Bauch des alten Plattboots soll Gastronomie angeboten werden. Auf den noch nicht eingebauten Bänken konnten die Besucher zur Probe sitzen.

An Trunks Arbeitsplatz im Opladener Ausbesserungswerk riecht es nach abgeschmirgelter Farbe, altem Holz, Tinkturen und Lacken. Dreieinhalb Monate haben er und seine zehn Mitstreiter der Arbeitsbeschaffungsmaßnahme noch Zeit, das Museumsschiff flott zu machen. Sie arbeiten auf Hochtouren und da der Spaß überwiegt, nehmen sie den Stress in Kauf. Sechs junge Erwachsene zwischen 18 und 22 Jahren können sich in den Handwerken als Tischler, Lackierer, Elektrotechniker, Maler oder Metallbauer ein Bild vom Berufsleben machen. Vier schwer vermittelbare Arbeitslose älteren Baujahrs können ihre Kenntnisse in der ABM wieder auffrischen. Laut Trunk ist es für beide Gruppen ein Prozess "der eigenen Sinnfindung".

Gut 350 000 Euro an Spenden stehen bislang im gesamten Projekt. Bei der Sanierung der "Freiheit" zahlt das Arbeitsamt 70 000 Euro und die Bayer AG engagiert sich mit 102 000 Euro, mit denen die Personalkosten des Projektleiters, der sozialpädagogischen Betreuung und ein Großteil der Sachkosten bezahlt werden. Der Förderverein sammelte natürlich auch beim Tag der offenen Werft, denn 30 000 Euro will auch er beisteuern. Gabriele Pelzer (Tel. 0173/2650769) kann jede weitere Unterstützung gebrauchen.

Die Geschäftsführerin des Fördervereins ist glücklich, dass die "Freiheit" Fortschritte macht. Lange hätten sie und ihre Mitstreiter Klinken putzen müssen, sagt sie. Und obwohl sie von Schiffen ursprünglich nicht sonderlich viel wusste, spricht sie heute, als stamme sie aus einer alten Seemannsfamilie. Ihr Geheimnis: "Mein Mann ist Rheindorfer und seine Liebe zu den Schiffen hat mich natürlich interessiert."


Tag der offenen Werft, Opladen
Beim Tag der offenen Werft setzte sich Helga Vogt vom Förderverein zur Probe auf die Bank, die in der Tjalk "Freiheit" einmal für gastronomische Gemütlichkeit sorgen soll[en]. Manfred Inden und Adi Dahl (von links) schauten zu.
BILD: BRITTA BERG




Förderverein Schiffsbrücke Wuppermündung:

Ein Gastraum für die Tjalk "Freiheit"

Von TOBIAS KRELL

LEVERKUSEN. Bis in der Tjalk "Freiheit" die ersten Gäste bewirtet werden, wird wohl noch einige Zeit verstreichen. Der Innenausbau des um 1900 gebaute[n] Plattbodenschiff[es] wird derzeit im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme durchgeführt. Von den Fortschritten an der Tjalk, die später einmal mit dem Aalschokker "Recht" und dem Klipper "Einigkeit" wieder die Schiffsbrücke in der Wuppermündung bilden soll, konnten sich nun Besucher im Rahmen eines "Tages der offenen Werft" ein Bild machen.

Probesitzen auf einer der Bänke

Dazu hatten das Kolping-Bildungswerk Opladen, das die Federführung der Arbeitsamt-Maßnahme übernommen hat, und der Förderverein eingeladen. In der Halle auf dem Gelände des Bahn-Ausbesserungswerks konnten Interessierte das Schiff besichtigen und sogar schon einmal Probesitzen auf einer der Bänke, die später in den Gastraum auf der "Freiheit" eingebaut werden soll. Unter Anleitung von Handwerksmeistern haben sechs junge und vier Arbeitslose über 50 Jahre bereits die Stahlgerüste für den eigentlichen Gastraum fertig gestellt. Sie bilden das Gerippe für Vitrinen und die Bänke an den Wänden. Bis zum Ende der Maßnahme im März soll zudem unter anderem ein herausnehmbarer Holzfußboden und Klapptische dort eingebaut werden. Ein Wassertank und eine Küche sollen in den Nebenräumen eingebaut werden und im gesamten Schiff Beleuchtung und elektrische Anschlüsse verlegt werden.

Nach dem Ende der im Oktober begonnenen ABM-Maßnahme haben die zehn Teilnehmer dann Kenntnisse im Bereich Holz- und Stahlverarbeitung, Elektrizität sowie Maler- und Lackierer-Arbeiten gesammelt. Betreut werden sie bis dahin auch von einem Sozialarbeiter. "Die Arbeit macht schon Spaß, aber sie ist nicht immer einfach und bisweilen auch schon einmal etwas stressig", sagt Achim Trunk. Der Tischler-Meister ist zugleich auch der Anleiter.

Die Bayer AG unterstützt den Innenausbau der 20 Tonnen schweren Tjalk mit der stolzen Summe von 102 000 Euro. Das Arbeitsamt zahlt den Bruttolohn der Teilnehmer (rund 70 000 Euro). Die verbliebenen 30 000 Euro für das Material muss der Förderverein aufbringen, der dafür am "Tag der offenen Werft" unter anderem T-Shirts verkaufte.

Schiffe ab März in Hitdorf?

Noch bis März liegen die beiden übrigen Schiffe im Duisburger Innenhafen. Dann sollen sie bis zu ihrem Ausbau eine provisorische Heimat in Hitdorf bekommen. Die Stadt will dem Förderverein Schiffsbrücke Wuppermündung bis dahin einen weiteren Vorschlag für einen Liegeplatz im dortigen Hafen machen.



In der Halle des Ausbesserungswerks in Leverkusen-Opladen:
Tag der "offenen Werft"

Die Leverkusener können jetzt das erste der drei sanierten Wupperschiffe auf heimischem Boden wiedersehen.

Am Sonntag, 14. Dezember 2003,

werden die Tore der Halle, die seit geraumer Zeit als Werft dient, von 14 bis 17 Uhr geöffnet:
Die Tjalk "Freiheit" befindet sich auf dem Gelände des Bahn-Ausbesserungswerks an der Werkstättenstraße und wird dort in einem ABM-Projekt unter Federführung des Kolping-Bildungswerks und des Arbeitsamts innen ausgebaut.

Am Tag der "offenen Werft" kann das Schiff endlich aus der Nähe betrachtet werden. Außerdem stehen Projektleiter und Mitglieder des Fördervereins Schiffsbrücke Wuppermündung bereit, um Fragen zu beantworten und detaillierte Informationen zum Projekt zu geben.

Arbeitsamt Leverkusen
Förderverein Schiffsbrücke Wuppermündung e.V.
Kolping-Bildungswerk




Die Wupperschiffe sollen zurück
an ihren alten Platz

Sanierte Boote mussten vorzeitig geholt werden
Freiheit wird in Opladen ausgebaut

Leverkusen. Die Wupperschiffe sind aus den Niederlanden zurück: Anfang September wurden "Einigkeit", "Recht" und "Freiheit" auf dem Rhein nach Deutschland geschleppt. Vom Duisburger Hafen aus kam die Tjalk an Haken und auf dem Landweg auf einen Spezialtransporter in eine Halle des Ausbesserungswerkes in Opladen zum Innenausbau.

In einem Projekt von Kolping Bildungswerk und Arbeitsamt werden dabei acht Arbeitsplätze für arbeitslose Jugendliche und ältere Arbeitnehmer geschaffen. In acht Monaten sollen sie für das Boot mit dem schönen Namen "Freiheit" ein Innenleben schaffen, das wieder einen Restaurantbetrieb erlaubt. Die acht Teilnehmer für diese Maßnahmen wurden zuvor in einem Trainingsprojekt ausgewählt. Seit zwei Wochen bereiteten sie die Halle vor. Jetzt sind Holz- und Malerarbeiten, Installation von Gas, Wasser und Elektrik gefragt. Gelernte und ungelernte Kräfte arbeiten dazu unter den Augen von zwei Fachanleitern zusammen.

"Wir hoffen, dass nach dieser Maßnahme alle auf dem ersten Arbeitsmarkt einen Platz finden können", betont Gerd Meyer, Leiter des Kolping Bildungswerks. 60 Prozent der Teilnehmer aus dem ersten Schiffsprojekt des Bildungswerkes "Ein Schiff für Leverkusen" gelang dies.

Mit 70.000 Euro unterstützt das Arbeitsamt die Maßnahme: "Die Teilnehmer können hier viele wichtige Qualifikationen erwerben". Weitere 102.000 Euro kommen von der Bayer AG. "Wir denken, dass hier eine Attraktion für Leverkusen geschaffen wird", erläutert Werkleiter Dr. Heinz Bahnmüller. Denn der Pörderverein "Schiffbrücke Wuppermündung" sieht sich mit dem Projekt wieder einen Schritt näher an seinem Ziel. Spätestens zur Landesgartenschau soll die "Freiheit" wieder in der Wuppermündung dümpeln mit einem urigen Wirtsraum für 36 Personen.

Im Aalschokker "Recht" war einmal Platz für 14 Übernachtungsgäste. Seinen Ausbau hat der Förderverein als nächstes im Visier. "Die Schiffbrücke steht noch immer unter Denkmalschutz, daher soll sie auch wieder hergestellt werden", betont Karl Lange, Vorsitzender des Fördervereins.

Gisela Reipen


Bayer-Spende
Eine Bayer-Spende setzt die Renovierung in Gang.
BILD: WOCHENPOST




Die Zukunft auf Kiel gelegt

Eine Halle des Ausbesserungswerks in Opladen wird zur Werft auf Zeit

Auf dem Wupperschiff "Tjalk" bereiten sich acht ABM-Kräfte auf einen Wiedereinstieg in den Beruf vor.

VON CHRISTIAN VOSS

Ein gebrochenes Steißbein machte einen Strich durch Jens Janygas berufliche Zukunft. "Ich musste meine Dachdeckerausbildung abbrechen, und heute ist es einfach sehr schwer, etwas Neues zu finden", erklärte der 18-Jährige. In einer Halle des Bahn-Ausbesserungswerkes an der Kolberger Straße hofft Janyga eine neue Arbeit beim Kolping-Bildungswerk zu bekommen - zumindest für die nächsten acht Monate. Acht Arbeitslose im Alter von 20 bis 55 Jahren werden im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme das Wupperschiff "Tjalk" mit einem Gastraum und einer kleinen Küche ausstatten. Neben einigen jungen, ungelernten Kräften sind auch erfahrene Facharbeiter mit dem Innenausbau der "Tjalk" beschäftigt.

Finanziert wird die Arbeitsbeschafmngsmaßnahme vom Kolping-Bildungswerk, dem Arbeitsamt in Bergisch Gladbach und der Stadt Leyerkusen. Außerdem steuerte die Bayer AG 102 000 Euro bei. Claudia Hoster vom Arbeitsamt erklärte, insgesamt werde 3,6 Millionen Euro pro Jahr für rund 190 ABM-Arbeitsplätze ausgegeben. Für den Innenausbau des Wupperschiffes stellte das Arbeitsamt 70 000 Euro zur Verfügung. 60 Prozent der Arbeitskräfte könnten anschließend in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden.


Ausbesserungswerk Opladen
Nur geparkt: In einer Halle des Bahn-Ausbesserungswerks liegt die "Tjalk" auf dem Trockendock. Acht ABM-Kräfte werden acht Monate lang mit dem Innenausbau des Wupperschiffes beschäftigt sein. Anschließend soll es im ersten Arbeitsmarkt weitergehen.
BILD: BRITTA BERG





Die Wupperschiffe sind in Deutschland:

Die "Freiheit" erhält jetzt ein neues Innenleben

Die Wupperschiffe sind aus den Niederlanden zurückgekehrt: Am 1. September wurden "Einigkeit", "Recht" und "Freiheit" auf dem Rhein mit der "En Avant III" nach Deutschland geschleppt. Zwischenstation: Duisburger Hafen. Dort kam die Tjalk an den Haken und wurde auf einen Spezialtransporter gehoben, der sie nach Leverkusen-Opladen in die Bahnhalle des Ausbesserungswerks zum Innenausbau brachte. Die beiden anderen Schiffe wurden in die Marina des Duisburger Innenhafens geschleppt, nachdem sich eine Anlegemöglichkeit in Hitdorf kurzfristig zerschlagen hatte. Die Leverkusener Bevölkerung wird sich nun zunächst mit dem Anblick der sanierten Tjalk "Freiheit" begnügen müssen. Am Tag des offenen Denkmals (14. September) ist sie in der Bahnhalle in Opladen zu sehen.

Der Förderverein freut sich sehr über die gelungene Rückführung der Schiffe nach Deutschland. Es war kein leichtes Unterfangen: Der Schleppverbund musste sich nach dem Ijsselmeer durch etliche Schleusen quälen, bis er den Rhein erreichte und freie Fahrt hatte. Wegen des extremen Niedrigwassers kam die "En Avant III-Mannschaft viel schneller voran, als erwartet. Nach einer Tag- und Nachtfahrt legte sie bereits am nächsten Nachmittag im Duisburger Hafen an, ließ die Tjalk auf das Gelände der Meidericher Schiffswerft heben und bugsierte "Einigkeit" und "Recht" in den Innenhafen.

Für die Tjalk "Freiheit" ging die Fahrt - nach einer Kranaktion - auf einem Spezialtransporter über Land weiter. Früh am 5. September kam der Moment, als der Laster mit dem Schiff in das Bahngelände des Ausbesserungswerks einbog: Teile eines Gartenzauns und eine elektrische Leitung mussten vorübergehend weichen. Wieder durfte die alte Dame "Freiheit" per Kran in die Luft gehen, um schließlich ganz sanft auf der vorbereiteten Rampe zu landen. Zentimeterarbeit. Und dann war sie drin, in der Halle. Sie wurde dort sehnlichst erwartet: Das Team, das im ABM-Projekt die Tjalk innen ausbauen wird, hatte die Toröffnung entsprechend angepasst und die Halle gründlich leergeräumt für das 17 Meter lange und 4,20 Meter breite Eisenschiff.

Weder die Bahnhalle in Opladen noch der Duisburger Innenhafen oder Hitdorf sollen Endstation für "Einigkeit", "Recht" und "Freiheit" sein. Ziel des Fördervereins ist immer noch die alte Wuppermündung und die Wiederherstellung der Schiffsbrücke. Nach vielen Gesprächen mit den Denkmalbehörden und verschiedenen städtischen Ämtern hat das Düsseldorfer Ministerium dem Verein in einem Brief mitgeteilt: "Solange die Wiederherstellung dieser Funktion am historischen Standort noch als Ziel erreichbar erscheint, bleibt die Schiffsbrücke, deren wesentliche Bestandteile die drei Schiffe sind, ein Baudenkmal. Erst wenn sich die Wiederherstellung als undurchführbar erweisen sollte, müsste das Baudenkmal 'Schiffsbrücke' aus der Denkmalliste gelöscht werden. In diesem Fall wäre über die künftige Nutzung und die ideale Lage der Schiffe völlig neu nachzudenken."

Zunächst geht der Förderverein aber davon aus, dass sich das gesteckte Ziel erreichen lässt. Bis die Schiffsbrücke in der alten Wuppermündung jedoch erneut ihr Zuhause finden kann, gibt es jede Menge Arbeit für den Förderverein. Und er ist nach wie vor auf Spenden angewiesen: für den Aufbau des Klippers, für die Masten, aber vor allem für das Material zum Innenausbau der Tjalk. Eins steht fest: Die Schiffe sind nach der vorzüglichen handwerklichen Arbeit auf der Werft in Lemmer in einem besseren Zustand, als jemals zuvor, seit sie bei Rheinkilometer 702,5 vor Anker gingen. Darauf sind die Mitglieder des Vereins stolz.




Künftiges Flaggschiff
auf dem Trockendock geparkt

Tjakl "Freiheit" wird in Opladen ausgebaut:
Sie soll Kernstück der historischen Schiffsbrücke werden

Seit Freitagmorgen liegt einer der drei Wupperkähne in Opladen auf dem Trockenen.

VON HARTMUT ZITZEN

Nur gut, dass die Tjalk "Freiheit" ein Plattbodenschiff und dementsprechend flach ist. "Fünf Zentimeter Luft - mehr hatten wir nicht", freute sich Joachim Arlt vom Kolping-Bildungswerk nach vollbrachter Tat. So gerade eben passte der fast 100 Jahre alte Lastensegler durch das Tor zur Schiffsbauhalle auf dem Gelände des Opladener Ausbesserungswerks, in dem bereits die Segelyacht "Juwel" entstanden ist, ebenfalls unter Federführung des Bildungswerks.

Das Herkules-Werk erforderte neben akribischer Vorbereitung und Durchführung außerdem einen Tieflader, einen 30-Tonnen-Autokran und einen Caterpillar. Gegen 22 Uhr am Donnerstagabend war die "Freiheit" im Duisburger Hafen, wo ihre Schwesterschiffe "Einigkeit" und "Recht" überwintern werden, auf einen Sattelschlepper gehievt und binnen weniger Stunden nach Opladen transportiert worden. Am Freitagmorgen setzte ein Autokran die rund 20 Tonnen schwere Tjalk auf mächtige Stahlschienen, die von den Metallspezialisten des Kolping-Bildungswerks extra angefertigt worden waren. Nachdem dann noch die riesige Ankerwinsch vom Vorschiff abmontiert worden war, konnte der Caterpillar die "Freiheit" in die Halle ziehen. Dort wartet sie jetzt auf ihren Endausbau.

Während das Schiffsbauteam eine wohlverdiente Kaffeepause einlegte, erläuterte Karl Lange, der Vorsitzende des Fördervereins Schiffsbrücke Wuppermündung, dem "Leverkusener Anzeiger", wie es in den kommenden Monaten weitergehen soll. Die Tjalk, die dereinst als Flaggschiff des Trios für gastronomische Zwecke und gesellschaftliche Veranstaltungen genutzt werden soll, braucht dafür eine komplett neue Innenausstattung. Dort, wo jetzt noch der Frachtraum gähnt, wird das Team Elektro- und Sanitärinstallationen vornehmen, für Wärme- und Schallisolation sorgen, Fußböden, Bänke und Tische anbringen. Zur Bewirtung der Gäste darf auch eine Küche nicht fehlen. Darüber hinaus muss der gesamte stählerne Rumpf, der zur Zeit nur triste Rostschutzfarbe trägt, neu gestrichen werden. "Bis zum 15. März 2004 müssen diese Arbeiten erledigt sein", sagte Lange, "denn dann wird die Halle für andere Zwecke gebraucht." Später, wenn die "Freiheit" wieder Wasser unter dem Kiel hat, wird auch der Mast gesetzt.

Da, wo sie schon einmal ein beliebtes Ausflugsziel waren, sollen die drei Schiffe wieder vor Anker gehen - in der alten Wuppermündung, erklärte Lange. Und die "Freiheit" mit ihrem großen Gastraum werde dabei die zentrale Rolle spielen. Der Klipper "Einigkeit" und der Aalschokker "Recht" werden ihr dabei mit Vorratskammern, Sanitärräumen und technischen Einrichtungen Geleitschutz geben. Das Niedrigwasser, das den Transport der Schiffe rheinaufwärts wegen der geringeren Strömung stark beschleunigt hatte, hat übrigens noch etwas Unverhofftes bewirkt: Im trockengelegten Uferbereich entdeckten Vereinsmitglieder ein altes Ruderblatt. Lange: "Mal sehen, zu welchem Schiff es passt."


Karl Lange
Und hierhin kommt der Gastraum.
Karl Lange, Vorsitzender des Fördervereins, an Bord der Tjalk "Freiheit".
BILD: BRITTA BERG




Warum die Schiffe nicht kommen

"Einigkeit" und "Recht" hängen bis auf weiteres
im Duisburger Hafen fest

Zeitdruck und Verordnungsdschungel verhinderten die Rückkehr aller drei historischen Boote der alten Schiffsbrücke.

VON THOMAS ESCH

"Wenn ich das alles gewusst hätte..." - Gabriele Pelzer, engagierte Geschäftsführerin des Fördervereins Schiffsbrücke Wuppermündung, seufzt. Am Dienstag hatte sie überraschend die Nachricht weitergegeben, dass nur eins der drei Boote, die mit einem Steg Jahrzehnte die beiden Ufer der alten Wuppermündung verbanden, nach der Restaurierung in einer niederländischen Werft am Freitag nach Leverkusen zurückkehrt. Es ist die Tjalk "Freiheit", die heute auf dem Schienenweg ins Opladener Ausbesserungswerk gebracht wird, wo sie saniert werden soll.

Klipper "Einigkeit" und Aalschokker "Recht" werden bis auf weiteres im Duisburger Hafen bleiben, wohin sie der Schlepper "En Avant II" in Rekordzeit geschleppt hatte. Wegen des Niedrigwassers, so vermutet Pelzer, sei die Gegenströmung für den Schleppverbund nicht so hinderlich gewesen.

Alles schien am Montag noch in Butter, als sie mitteilte, dass schon am kommenden Freitag die beiden historischen Boote im Hitdorfer Hafen ankommen würden. Dort hatte sich der Förderverein mit zwei Privatpersonen darüber verständigt, dass die Schiffe an deren Liegeplatz anlegen können. "Doch plötzlich zogen die jungen Leute ihre Einwilligung zurück", berichtet Gabriele Pelzer. Offensichtlich hätten sie sich wegen der kurzfristigen Entscheidung unter Druck gesetzt gefühlt, "dafür können wir ihnen sicher nicht böse sein", so Pelzer.

Mehrere Faktoren hatten diesen Zeitdruck auch für den Förderverein verursacht. Zum einen drohte der niederländischen Werft in Lemmer am Ijsselmeer die Pleite und es stand zu befürchten, dass die grundsanierten Boote in der Konkursmasse landen würden. Daher fiel die Entscheidung, das Trio so rasch wie möglich nach Hause zu holen. Doch wohin? Dass es der Hitdorfer Hafen sein sollte, war klar. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Köln forderte allerdings einen "staatlich geprüften Verankerungsnachweis", so Pelzer. Der ist vorgeschrieben für Schiffe, die dauerhaft am Ufer liegen sollen. Ein Ingenieur muss dazu Berechnung und Zeichnung vorlegen, Art der Verankenmg, Standort und Lage der Schiffe und so weiter. "Das dauert Wochen, bis so ein Nachweis fertig ist", klagt Pelzer. Da kam es gerade recht, dass besagtes junges Paar vorübergehend einen Anlegeplatz anbot. Bis - siehe oben. Dabei hatte das Amt in Köln bereits signalisiert, dem Ankerplatz zuzustimmen. Kurios: Für die Verankerung von Schiffen ist das Schifffahrtsamt Köln zuständig, für den Standort aber das Amt in Duisburg.

Dort, im größten Binnenhafen Europas, liegen "Einigkeit" und "Recht" seit gestern. Einem Sponsor hat es der Förderverein zu verdanken, dass die Liegegebühren bis März bezahlt werden können. "Jetzt wollen wir alles in Ruhe angehen", kündigt Pelzer an. Es gibt auch noch einen Alternativstandort im Norden des Hafens. Pächter Heinrich Schumacher hat ihn dem Verein angeboten. Schließlich soll sichergestellt sein, dass die Odyssee ein Ende finden wird. Dabei ist der Hitdorfer Hafen auch nur vorübergehende Heimat der Schiffe. Der Verein hält daran fest, dass sie wieder in die alte Wuppermündung kommen.




Wupperkähne kommen nicht

Die drei historischen Schiffe "Einigkeit", "Recht" und "Freiheit" sind zwar auf dem Weg von Holland nach Duisburg, aber für Schokker und Klipper wird dort erst einmal Endstation sein. Lediglich die Tjalk wird auf dem Schienenweg ins Opladener Bahnwerk gebracht, wo sie ausgebaut werden soll. Die beiden anderen Schiffe hatten im Hitdorfer Hafen vor Anker gehen sollen, aber in der Kürze der Zeit habe es Probleme mit den erfordlichen Genehmigungen gegeben, so Gabriele Pelzer, Geschäftsführerin des Fördervereins. (te)




Zurück aus Holland

Wupperschiffe ankern in Hitdorf

LEVERKUSEN (ssc). Die drei Schiffe "Einigkeit", "Recht" und "Freiheit", die der Förderverein Schiffsbrücke Wuppermündung in den Niederlanden hat instandsetzen lassen, kommen noch in dieser Woche zurück. Der Förderverein Schiffsbrücke geht davon aus, dass die Leverkusener ihre Schiffe am Freitag, 5. September, gegen 10 Uhr im Hitdorfer Hafen begrüßen können.

In den Niederlanden hatte sich die Situation für den Förderverein zuletzt gefährlich zugespitzt. Denn es mehrten sich die Hinweise, dass sich die mit den Restaurierungsarbeiten beauftragte Werft in Finanznot befindet. Die Denkmalobjekte drohten, in die mögliche Konkursmasse zu geraten. Um das zu verhindern, hat der Förderverein die Schiffe zurück beordert - unabhängig davon, ob sie fertig waren oder nicht.

Wichtig war, dass Aalschokker und Klipper schleppfähig waren. Diese Voraussetzung erfüllten "Einigkeit", "Recht" und "Freiheit". Zwar gelang es dem Förderverein auf Grund der Zeitnot nicht mehr, Geld für den Aufbau des Klippers zu sammeln; zudem wurde auf die Masten verzichtet. Doch alle anderen Arbeiten seien in vorzüglicher Handarbeit von der Werft erledigt worden, teilte Gabriele Pelzer vom Förderverein mit.

Der Liegeplatz im Hitdorfer Hafen soll nach dem Wunsch des Fördervereins Schiffsbrücke nur eine Übergangslösung sein. Die Vorstandsmitglieder hatten sich laut Pelzer in den vergangenen Monaten um einen sicheren Zwischenliegeplatz bemüht, der Schutz vor Hochwassergefahren und Vandalismus bietet. Im Duisburger Innenhafen wurden sie fündig, doch es gab keine Genehmigung von der Stadt. Der Förderverein hofft nun, dass auch die Hitdorfer Bürger ein Auge auf die Schiffe halten, damit diese unversehrt bleiben.

Der Hitdorfer Hafen soll nicht die Endstation für die drei Wupperschiffe sein. Der Förderverein hat immer noch das Ziel, sie wieder zurück an die Wuppermündung zu bringen und die Schiffsbrücke wieder herstellen zulassen.