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Wupperschiff hat im Bayer Chempark Leverkusen
neuen "Ankerplatz" gefunden

Asyl für die "Freiheit"

Es war eine erneute Herausforderung für die Mitglieder des Fördervereins Schiffsbrücke Wuppermündung auf dem langen Weg zur Wiederherstellung des Denkmals: Die "Freiheit", eines der drei Wupperschiffe, musste vor einigen Tagen die Bahnhalle in Leverkusen-Opladen verlassen. Der Förderverein konnte die hohe monatliche Miete für die Halle nicht mehr aufbringen - wenn auch die Bahn (DB Services) dem Verein finanziell entgegengekommen war. Mit großem logistischem Aufwand hat der Förderverein das Schiff aus der Halle holen und auf das Gelände des Bayer Chemparks Leverkusen bringen lassen.

Gelungen ist ihm dies mit Unterstützung des Chemparkbetreibers Bayer Industry Services (BIS), der seit Beginn das Denkmalprojekt "Schiffsbrücke Wuppermündung" in vielfältiger Weise fördert - nicht nur finanziell, sondern auch unbürokratisch mit zahlreichen Leistungen der BIS-Infrastrukturdienste. So erhielt die "Freiheit" jetzt Asyl auf dem Chemparkgelände in Leverkusen-Wiesdorf. Dort werden die Mitglieder des Fördervereins den Innenausbau weiter vorantreiben, damit das Wupperschiff im nächsten Jahr wieder zu Wasser gelassen werden kann.

"Einigkeit", "Recht" und "Freiheit" - so taufte Fährmann Heinrich Gless die drei Schiffe in der alten Wuppermündung, die er ab 1956 erwarb und - durch einen Steg verbunden - als Brückenanlage und Gaststättenbetrieb nutzte. Damals war die Brückenverbindung schon Teil der Stadtgeschichte. 1983 schließlich wurde die Schiffsbrücke in die Denkmalliste der Stadt Leverkusen aufgenommen. Doch Verwahrlosung, Hochwasser, Brände und Vandalismus haben für einen erbärmlichen Zustand Anfang der 90er-Jahre gesorgt. Um dem abzuhelfen, fand sich ein Initiativkreis, aus dem sich 1995 der Förderverein Schiffsbrücke Wuppermündung gründete. Er hat sich zum Ziel gesetzt, die Schiffe "einer zukünftigen Nutzung für die Bevölkerung zuzuführen und auf Dauer zu erhalten" ( 2 der Satzung), und damit die Schiffsbrücke an ihrem alten Standort wiederherzustellen.

Bei der "Freiheit" handelt es sich um eine Tjalk, ein niederländisches Frachtsegelschiff mit breitem Bug und flachem Boden. Sie zeigt die typischen Bau- und Konstruktionsmerkmale, ist ca. 17 m lang, 4,22 m breit, 3,48 m hoch und wurde unter der Nummer "D1151N" als Pavillonyacht mit dem Namen "Energie" und dem Eigentümer A. van Ijsseldijk, Wemeldinge, am 5. Juli 1904 in Dordrecht ins Schiffsregister eingetragen. Sie wurde als eines der ersten Eisenschiffe dieser Art zwischen 1880 und 1890 gebaut. Die Tjalk wurde später unter der Nummer "ZB1267N" und dem Namen "Drie Gebroeders" des Eigentümers Marinus Canelis Dorst te Stavancofe am 31."März"1925 in Roodevaart geführt.

Bei der "Freiheit" fehlen die typischen Seitenschwerter und das Steuerruder. Von der Takelage hatte sich der hohe umlegbare Pfahlmast erhalten, der aufgrund seiner Größe, Ausformung und Proportion original sein dürfte. Er ist aber nicht mehr verwendbar. Anhand der diversen Umbauten lässt sich nachvollziehen, dass das Schiff früher als Aalfangschiff eingesetzt worden ist.




Gemeinsam gegen Arbeitslosigkeit

Erfolgreicher Abschluss des Projekts "Innenausbau Wupperschiff"

Leverkusen. Vorbildliches Zusammenwirken von Trägern und Sponsoren: Das gemeinsame Projekt von Kolping-Bildungswerk, Agentur für Arbeit, Job Service Leverkusen und dem Förderverein Schiffsbrücke Wuppermündung e.V. zum Innenausbau des Wupperschiffs Tjalk wurde nun zum Abschluss gebracht. Dabei konnten elf arbeitslose Männer zwischen 20 und 55 Jahren die Erfahrung machen, dass ihre Arbeit von der Gesellschaft benötigt und wertgeschätzt wird.

Acht Monate dauerte der Innenausbau des historischen Wupperschiffs. Dabei erwiesen sich vor allem die Auflagen für Brandschutz und Wärmeisolierung als kompliziert. Außerdem mussten Stahlvorrichtungen für die Innenwände gebaut und geschweißt werden, um darin die Versorgungsleitungen für Heizung, Wasser und Strom verlegen zu können. "Ein Bootsbau ist komplizierter als ein Hausbau", erläuterte Tischlermeister Achim Trunk, der die Arbeiten leitete. So muss der Boden des Innenraums herausnehmbar sein und die Wandverkleidung millimetergenau angepasst werden.

Ganz fertig ist die Tjalk mit dem schönen Namen "Freiheit" trotz Abschluss des Projekts noch nicht. Die restlichen Arbeiten wird der Förderverein ausführen. In ein paar Monaten könnte sie als Gastronomieschiff im Hafen liegen, vielleicht auch schon zum Feiern genutzt werden.

Möglich wurde dieses Projekt durch die Zusammenarbeit verschiedener Institutionen, die nicht nur die Renovierung eines schönen alten Schiffes im Auge hatten, sondern auch die Wieder- oder Neueingliederung von Arbeitslosen in den Arbeitsprozess. "Diesmal haben wir bewusst ältere, erfahrene Handwerker mit ungelernten Jugendlichen zusammen arbeiten lassen. Dabei stellte sich heraus, dass beide Gruppen voneinander profitieren konnten", erklärte Maria Spreitzer das Konzept. Erste Erfolge in Form von Arbeitsverträgen oder Ausbildungszusagen für einige Teilnehmer gibt es bereits. Norbert Drekopf, der als Vertreter des größten Sponsors Bayer (mehr als 100.000 Euro) an dem Projektabschluss teilnahm, zeigte sich zufrieden: "Als Nachbarn sind wir an der Bewahrung historischer Schätze unserer Region interessiert, gleichzeitig wollten wir mit diesem Projekt etwas gegen die Arbeitslosigkeit tun."
 


Achim Trunk (l.) und Karl Lange (3. v.r.), Vorsitzender des Fördervereins, erklären Norbert Drekopf (M.) die Schwierigkeiten beim Innenausbau der Tjalk.
 




Die "Freiheit" wird zum Schmuckstück

Ein elfköpfiges Team bringt den alten Lastensegler wieder auf Vordermann

Der Umbau der Tjalk "Freiheit" zu einem Ausflugslokal geht seiner Vollendung entgegen.

Von HARTMUT ZITZEN

Vor vielen Jahren, als beliebtes Ausflugsziel in der alten Wuppermündung, war die historische Schiffsbrücke schon eine Zierde der Stadt. Und in nicht allzu ferner Zukunft dürfte das schwimmende Trio, der Klipper "Einigkeit", der Aalschokker "Recht" und die Tjalk "Freiheit" wieder das Schmuckstück sein, das es einst war - wenn nicht sogar noch ein bisschen schöner. Dafür sorgen jedenfalls schon seit Anfang September vergangenen Jahres elf tatkräftige Männer in einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, die sich um den Innenausbau der Tjalk (Freiheit) kümmern. Und langsam, aber sicher, geht das Werk der Vollendung entgegen.

Bei einer Pressekonferenz zogen das Kolping-Bildungswerk und das Arbeitsamt als Träger des Projekts gestern in Opladen eine Art vorgezogener Bilanz. In der Schiffsbauhalle auf dem Gelände des ehemaligen Ausbesserungswerks, in der bereits die Segelyacht "Juwel" entstanden ist, erläuterten Projektleiterin Maria Spreitzer und Karl Lange vom Förderverein "Schiffbrücke Wuppermündung", was in den vergangenen acht Monaten alles geschafft worden ist und was noch zu tun bleibt.

Schon beim Betreten der Halle fällt auf, dass die vormals triste Rostschutzfarbe auf dem Rumpf der "Freiheit" einer freundlichen, dreifarbigen Lackierung gewichen ist. Noch viel mehr verändert aber hat sich das Innere des Lastenseglers. Der einstige Frachtraum ist von dem elfköpfigen Team unter Anleitung von Tischlermeister Achim Trunk in einen großen Gastraum für die geplanten gastronomischen Zwecke und gesellschaftlichen Veranstaltungen verwandelt worden. Dazu waren unter anderem umfangreiche Holz- und Metall-Arbeiten sowie die Installation von Wasserleitungen, Heizungsrohren und Elektrokabeln erforderlich.

Darüber hinaus wurden Metallträger verstärkt, Brandschutzeinrichtungen und Wärme-Isolierungen angebracht, die Schottwände neu verkleidet und lackiert, eine Treppe mit Geländer und Holzbänke gebaut und der Boden neu verlegt. Dieser soll ganz zum Schluss, wenn auch die Küche mit Mikrowelle und Kaffeemaschine komplett ist, noch eine Parkettauflage bekommen. Vergleichbar einem Hausbau mussten bei all dem zahlreiche gesetzliche Vorschriften und Auflagen beachtet werden. Weil es sich um das erste Projekt dieser Art in Leverkusen handelt und viele offene Fragen mit den zuständigen Ämtern der Stadtverwaltung geklärt werden mussten, kam es allerdings immer wieder zu Verzögerungen des Baufortschritts.
 


 

Das Flaggschiff der neuen Schiffsbrücke, die Tjalk "Freiheit", geht in der Schiffsbauhalle auf dem Gelände des ehemaligen Opladener Ausbesserungswerks ihrer Vollendung entgegen. Zusammen mit "Einigkeit" und "Recht" soll sie wieder zum Ausflugsziel werden.

BILDER: RALF KRIEGER

Im späteren Gastraum: Tischlermeister Achim Trunk (links) mit Projektleiterin Maria Spreitzer und Norbert Drekopf von Sponsor Bayer.







Wupperschiff nimmt langsam Kurs

Von HERBERT BONGARTZ

LEVERKUSEN. Der Innenausbau des Wupperschiffs "Tjalk" ist zur Hälfte beendet. Gestern übergab das Kolping-Bildungswerk (Diözesanverband Köln) das Schiff, das zur Zeit in der DB-Halle an der Kolberger Straße untergebracht ist, wieder dem Förderverein Schiffsbrücke Wuppermündung.

Teurer Transport

"Wir haben die Halle noch angemietet. Das Schiff wird mindestens noch zwei Monate hier bleiben", sagte Karl Lange, Vorsitzender des Fördervereins Schiffsbrücke Wupper-mündung. "Für uns geht jetzt die Arbeit weiter", so Lange. Denn der Innenausbau müsse noch fortgesetzt werden. Danach muss das Schiff an den Rhein transportiert werden. "Das kostet viel Geld", weiß der Vorsitzende. "Wir müssen da mit rund 8000 Euro rechnen." Zuerst soll die "Tjalk" im Hitdorfer Hafen zwischengelagert werden. "Unser Ziel ist aber nach wie vor die Alte Wuppermündung", betont Karl Lange.

Um den ersten Teil des Innenausbaus des Wupperschiffs haben sich das Kolping-Bildungswerk in Kooperation mit der Agentur für Arbeit, dem Förderverein Schiffsbrücke Wuppermündung und dem Job Service sieben Monate lang gekümmert. Mitgearbeitet haben elf Arbeitslose im Alter von 20 bis 55 Jahren. Sechs Teilnehmer waren Ungelernte. Fünf hatten einen Berufsabschluss, zwei allerdings keine Berufserfahrung. Die Idee sei gewesen, dass die Teilnehmer von einander lernten und Kenntnisse sowie Fertigkeiten in den Gewerken Metall, Holz und Farbe erwerben und festigen konnten, so Maria Spreitzer, Leiterin des Projektes.

Angeleitet hat die Arbeitslosen Tischlermeister Achim Trunk. Wichtig sei natürlich auch eine sozialpädagogische Begleitung gewesen, erklärt Maria Spreitzer. Dabei sei man auf die persönlichen Probleme der Einzelnen eingegangen. Außerdem seien die vorhandenen Bewerbungsunterlagen überarbeitet beziehungsweise aussagekräftiger gestaltet worden.

Leider habe es immer wieder Bauverzögerungen gegeben, gibt Spreitzer zu. Das geplante Parkett soll nun zum Schluss verlegt werden, wenn auch die Küche mit Mikrowelle und Kaffeemaschine komplett ist. Doch das alles liegt jetzt in den Händen des Fördervereins Schiffsbrücke Wuppermündung. "Wir machen das in Eigenarbeit", sagt Karl Lange.



Zwischenruf

Idealisten am Werk

Der rührige Förderverein Schiffsbrücke Wuppermündung ist seinem Ziel - das Wupperschiff "Tjalk" in der alten Wuppermündung festzumachen - wieder ein Stück näher gekommen. Das Kolping-Bildungswerk hat sich um den Innenausbau des Schiffs gekümmert, Die Hälfte davon ist geschafft. Jetzt muss der Förderverein - ihm wurde gestern die "Tjalk" übergehen - mit den Arbeiten weitermachen. Und es sind wirklich Idealisten am Werk.

Denn der weitere Innenausbau kostet eine Menge Geld - ganz zu schweigen vom Transport des Schiffes an den Rhein. Der alleine ist schon mit rund 8000 Euro veranschlagt. Dem Förderverein, der immer die Idee gehabt hat, das Wupperschiff an den alten Platz zurückzuholen, ist zu wünschen, dass sein Idealismus noch durch einige Sponsoren unterstützt wird. Denn ohne Geld wird es mehr als schwer.

-hebo-



Tjalk
Schauen sich die Pläne noch einmal an: (v.l.) Tischlermeister Achim Trunk,
Maria Spreitzer und Norbert Drekopf vom Sponsor Bayer.
RP-Foto: Peter Seibel




Die Rheindorfer Burgknappen lösten ihr Versprechen ein:

Sie unterstützten in diesem Jahr den Förderverein Schiffsbrücke Wuppermündung e.V. mit einer Spende. Sie stammt aus einem Teil des Erlöses, der durch den Verkauf des diesjährigen Sessionsordens erzielt werden konnte - dessen Mottobild sich übrigens auf das Anliegen des Fördervereins bezog, den Erhalt der Wupperschiffe. Am 16. März übergaben Bernd Ringleb (1. Vorsitzender des K.V. Rheindorfer-Burgknappen e.V.) und Birgit Heck (1. Kassiererin des K.V.) den Spendenscheck im Opladener "Trockendock" an Franz Josef Olbertz, den Schatzmeister des Fördervereins Schiffsbrücke. Gleichzeitig überreichten die Burgknappen dem Vertreter des Fördervereins einen Orden und wünschten "immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel".

Der K.V. Rheindorfer-Burg-Knappen e.V., 1969 gegründet, ist Mitglied im "Bund Deutscher Karneval" und im "Festauschuss Leverkusener Karneval".

Spende K.V. Rheindorfer-Burg-Knappen e.V.
Foto: K.V. Rheindorfer-Burg-Knappen e.V.