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Abgestempelt: Güteklasse A

VON LUDMILLA HAUSER , 27.11.2007

Leverkusen (RP)  Der Regionale-2010-Ausschuss hat gestern zwei Leverkusener Projekte mit dem besten Projektstatus versehen. Der "grüne Fächer" und die Schiffsbrücke Wuppermündung werden vom Land nun bevorzugt gefördert.

Ernst Küchlers Mund umspielt meist ein zartes Lächeln. Gestern Mittag war es ein kräftiges. Grund der Freude: Der Ausschuss der Regionale 2010 stempelte zwei weitere Leverkusener Projekte mit der Güteklasse "A". Heißt: mehr Fördergeld. Heißt auch: mehr Prestige für die Stadt. Gerade das ist Oberbrügermeister Küchler so wichtig für sein Leverkusen. Neben dem städtebaulichen Projekt Bahnstadt, das bereits zu den von Fördermitteln des Landes bevorzugten Regionale-Aktionen gehört, erhob der Ausschuss gestern in seiner Halbzeitsitzung (es war die achte) den "grünen Fächer Leverkusen" und die "Schiffsbrücke Wuppermündung" in den bestmöglichen Projektstatus.

Impulse für 200 Millionen Euro

Kölns Regierungspräsident Hans Peter Lindlar persönlich drückte in den Räumen des Ex-Ausbesserungswerkes Opladen den beiden Leverkusenern und drei weiteren Projekten den neuen Status-Aufkleber auf, sprach dabei von einzigartigen Projekten. "Es geht nicht darum, dass Menschen im Jahr 2010 in fertigen Projekten herumwandern können, sondern darum, Impulse zu geben für die nächsten zehn, 15 Jahre", sagte er.

Die Impulse sind kostspielig. 200 Millionen Euro Fördergelder hat NRW der Regionale zur Verfügung gestellt. Allein die Initialmaßnahmen für den grünen Fächer in den nächsten vier Jahren werden 2,4 Millionen Euro kosten, hieß es gestern von der Stadt. Die Stadt gehe in Vorleistung, baue aber darauf, dass sie 80 Prozent dieser Kosten wieder zurückbekomme. Insgesamt wird der grüne Fächer rund zwölf Millionen Euro kosten.

Die Pilotstrecke des unter diesem Namen geplanten Fußwegenetzes durch fünf Grünzüge der Stadt wurde im Mai eingeweiht: eine Laufstrecke um die Hitdorfer Seen. Hier kommt das Prestige ins Spiel. Küchler: "Grünräume zu schaffen, das bekommt gerade in einer Industriestadt wie Leverkusen besondere Bedeutung, trägt zu einem sich ändernden Image der Stadt bei." Die verstehe sich auch als Sport- und als Gesundheitsstadt. Der Stempel "A" bedeute im "erheblichen Maße Fördermittel vom Land" zu bekommen. "Ohne die könnten wir solche Projekte nicht realisieren. So viele Mittel haben wir nicht", betonte er.

In hauptsächlich privater Regie, nämlich durch den Förderverein, wird das zweite gestern hochgestufte Leverkusener Regionale-Projekt initiiert: der Wiederaufbau der Schiffsbrücke an der Wuppermündung. Dort soll eine Steganlage wieder über den Fluss und zu drei denkmalgeschützten Binnenschiffen führen. Eine Gastronomie in einem der zwei festverankerten Schiffe und das als Ausflugsboot genutzte dritte historische Schiff sollen ab 2009 Besucher locken.

Schon im kommenden Jahr wird sich, versprach Ernst Küchler, auch in der Bahnstadt Opladen sichtbar etwas getan haben. Was genau, verriet er nicht. Er strahlte lieber über die zwei neuen "A"s für Leverkusen. [...]



Strahlende Gesichter gestern nach der Verleihung bei den
Projektverantwortlichen für die Schiffsbrücke (l.) und den grünen Fächer (r).
RP-FOTO: UWE MISERIUS


Auf "Recht" und "Freiheit" in den Ehehafen

VON HARTMUT ZITZEN

In Opladen wurden gestern fünf neue A-Projekte der Regionale 2010 gestempelt.

So langsam würde Regierungspräsident Hans Peter Lindlar den Weg zum ehemaligen Ausbesserungswerk in Opladen wohl auch ohne Chauffeur und Navigationsgerät finden. Gestern stattete er dem Gelände der künftigen Neuen Bahnstadt schon zum wiederholten Mal einen Besuch ab, um in den Räumen der einstigen Lehrwerkstatt wegweisende Beschlüsse der "Regionale 2010" zu verkünden.

Die hatten zwar nichts mit der Bahnstadt - auch ein Projekt der Regionale - zu tun, aber sehr viel mit Leverkusen, das zu den fünf neuen Projekten der A-Kategorie gleich zwei beisteuert: die Schiffsbrücke in der alten Wuppermündung und den "Grünen Fächer", der sich vom Rhein bis weit ins Bergische Land hinein ausdehnen soll.

Auf Plakaten

Vor der offiziellen Stempelung der fünf neuen A-Projekte hatte der Regionale-2010-Ausschuss unter Vorsitz von Werner Stump, Landrat des Rhein-Erft-Kreises, an der Werkstättenstraße getagt. Anschließend schritten die Mitglieder im Beisein der Betroffenen - sprich den Verantwortlichen für die jeweiligen Projekte - dann zur Tat. In der Lehrwerkstatt wurden alle fünf Vorhaben noch einmal ausführlich auf großen Plakatwänden vorgestellt und bekamen dann von Stump den A-Stempel aufgedrückt.

Neben Leverkusen wurden das Fischereimuseum Bergheim, eine zweiteilige Skulptur an den beiden Enden der Autobahn 555 zwischen Köln und Bonn sowie ein Projekt des Luft- und Raumfahrtzentrums in Porz in die höchste Förderstufe befördert. Und speziell für die Schiffsbrücke in der alten Wuppermündung dürfte dies die endgültige Sicherstellung der Finanzierung bedeuten.

Schon im kommenden Jahr kann mit sichtbaren Vorarbeiten begonnen werden, und im Frühjahr 2009 soll der Steg eingeweiht werden, erläuterte Karl Lange, der Vorsitzendende des Fördervereins, den rund 80 Gästen aus der Region Köln / Bonn. Die restaurierten Rheinkähne "Freiheit" und "Recht" werden zusammen mit einem Ponton zur Schiffbrücke vertäut, die den historischen Weg zwischen Rheindorf und Wiesdorf wiederherstellt.

Die "Einigkeit" wird mit Mast und Segel aufgetakelt in unmittelbarer Nähe verankert, bei passenden Gelegenheiten als Ausflugs- und Schulschiff aber auch wieder den Rhein befahren. Neben einer Gastronomie für Ausflügler plant der Förderverein regelmäßige kulturelle Veranstaltungen, will die beiden fest vertäuten Kähne aber auch für private Feiern vermieten und - bei Bedarf - dem Standesamt für Trauungen "auf See" überlassen.

Noch etwas weiter in der Zukunft liegt die Realisierung des Grünen Fächers, der sich auf Leverkusener Stadtgebiet entlang von Rhein, Wupper, Dhünn, Wiembach und Ölbach in Richtung Osten erstreckt. Jeder Grünzug des Fächers erhält ein eigenes Thema, allen gemeinsam ist die Erschließung einer kulturhistorischen Landschaft mit Rad- und Wanderwegen im Wechsel von Wasser, Wald, Wiesen und Weiden.




Auf drei Booten über die Wupper

VON JAN STING, 22.10.07, 20:50h

Leverkusen - Abraham Ritmeester te den Briel muss sein Boot geliebt haben. Auf "Mijn Genoegen" ("Mein Vergnügen") taufte er den Klipper, als dieser vor hundert Jahren im niederländischen Zwindrecht vom Stapel lief. Die Form war ungewöhnlich. Zwar ging das Plattboot in die Breite, aber die Eleganz des Hecks, das sich wie der Absatz eines Damenschuhs aufschwingt, ließ aufmerken. Man kann sich so eine Fahrt auf "Mijn Genoegen" gut ausmalen: Wellen kräuseln um den spitzen Bug, die Sonne glitzert auf dem Wasser, und bei gutem Wind muss es ziemlich flott gewesen sein.

Ritmeester hatte also sein Vergnügen. Später wurde "Mijn Genoegen" wahrscheinlich zum Aalfangschiff umgebaut, und als alter Klipper wurde es zum Träger für eine Schiffsbrücke. Waren nämlich Holz- und Eisenpontons dem rauen Wetter nicht gewachsen, konnten Schiffe als Unterlage für einen Steg ein Gewässer manchmal besser überbrücken. Der Leverkusener Fährmann Heinrich Gless, "Gless Hein" genannt, kaufte "Mijn Genoegen" 1956, nachdem seine Steganlage bei einem Unwetter über die Wupper gegangen war. Frei nach Hoffmann von Fallersleben nannte er das Boot "Einigkeit" und baute nacheinander mit der Tjalk "Freiheit" und dem Aalschokker "Recht" eine Brücke, wo die Wupper in den Rhein mündet. Die drei Boote, auf denen der Steg auflag, verbanden die Leverkusener Stadtteile Rheindorf und Wiesdorf miteinander.

Gless Hein machte schon seit den 1920er Jahren Brückengeschäfte. Wer passierte, musste bis 1936 Brückenzoll bezahlen. Da viele Mitarbeiter der Farbenfabriken Bayer über diese Strecke pendelten, dürfte es in der Kasse geklimpert haben. Als der Zoll abgeschafft wurde, erhielt Gless Hein von der Stadt einen Obolus. Außerdem hatte er einen Fährbetrieb über den Rhein nach Kasselberg. Für Ausflügler verkaufte er Flaschenbier und Würstchen.

Und da der Mann ein Herz für Kinder hatte, konnten sie sich eine Limo verdienen, wenn sie die Boote ein bisschen mit Farbe anpinselten. Kurzum: Die Schiffsbrücke war in der Region eine Attraktion und ein beliebtes Ausflugsziel. Besonders an den Wochenenden tummelten sich dort Besuchergruppen. 1974 starb Gless Hein.

Seine Nachfahren allerdings erlitten mit den Plattbooten wirtschaftlichen Schiffbruch. Die Kähne verlotterten, und als die Stadt sie in die Denkmalliste eintrug, fraß schon kräftig der Rost daran. Die Untere Denkmalbehörde fragte daher Anfang der 90er Jahre die passionierte Hobbyhistorikerin Gabriele Pelzer, ob sie sich nicht für die Restaurierung der Schiffsbrücke einsetzen wolle. Gabriele Pelzer trägt meist eine Brosche in Form eines großen Herzens. Und sie übernahm den Job. Im Herbst 1995 gründete sich der "Förderverein Schiffsbrücke Wuppermündung", dessen Geschäfte Gabriele Pelzer führt. Fragt man sie nach den vergangenen zwölf Jahren, und ob sie die wiederholen würde, zwingt sie sich zu einem Lächeln, was sie ansonsten gar nicht braucht.

Es war eine Odyssee, die Liste der beteiligten Behörden von der Fischereigenossenschaft bis zu Straßen NRW ist lang. 21 Anlieger hatten ein Wörtchen mitzureden, als es um Zu- und Rettungswege ging. Doch Bayer und die Stadt genehmigten, und damit hatte der Förderverein die wichtigsten Wortführer in den Booten. Rostige Boote wohlgemerkt, die munter weiterrosteten. Doch sie wurden grundsaniert, der Aalschokker und der Klipper werden im Duisburger Innenhafen zwischengelagert, und die Tjalk fand einen Platz auf Bayer-Gelände.

Und nun gerät Bewegung in das über eine Million Euro teure Projekt. Das nordrhein-westfälische Landesprogramm "Initiative ergreifen" spült 700 000 Euro über die Regionale 2010 in die Kasse. In der Prioritätenliste gibt es einen Ruck vorwärts, und erteilt die Stadt noch in diesem Herbst die Baugenehmigung für die Schiffsbrücke, rechnet Pelzer fest damit, dass es bei der Regionale in die A-Kategorie gerät, in der die Umsetzung eines Projekts unmittelbar ansteht.

Noch im Winter könnte dann die Stahlkonstruktion für die Dalben gebaut werden. Im Frühjahr 2008 will der Verein die Schiffe zur alten Wupper-Mündung bringen und im Sommer die Brücke wieder installieren. Mitglieder des Fördervereins legen selbst Hand an. Es soll ein Kioskbüdchen bei den Kähnen entstehen, und im Bauch der "Freiheit" Gastronomie im kleinen Rahmen angeboten werden. Hochzeitsgesellschaften und andere Menschen in Feierlaune sollen die Schiffsbrücke mieten können. Pelzer will geräucherten Fisch verkaufen und Schnäpschen anbieten.

Die Brücke soll also wieder zu altem Leben erwachen. Mit einem kleinen Unterschied: "Mijn Genoegen", also die "Einigkeit", wird zwar auch zum Ensemble gehören, soll aber nicht in die Steganlage eingebunden, sondern wieder als Segelboot genutzt werden. Gabriele Pelzer plant schon einen Törn auf dem Ijsselmeer. Aber noch ist die Brücke nicht wieder aufgebaut, und Unterstützung finanzieller wie handwerklicher Art kann man laut Pelzer gut gebrauchen. Schmuckaktien zu je 25 Euro mit einer kunstvollen Zeichnungen der Schiffe gibt es beim Verein.

http://home.arcor.de/schiffsbruecke




Gabriel sang für Wupperschiffe

WIESDORF (bk) Begeisterter Applaus brandete auf, nachdem die letzten Takte von "Hey Boss, ich brauch mehr Geld" verklungen waren. Gunter Gabriel setzte mit seiner Zugabe den Schlusspunkt zur Benefizveranstaltung des Fördervereins Schiffsbrücke Wuppermündung und des Sportparks Leverkusen auf dem Gelände des Neulandparks. Geld sollte an diesem Tag gesammelt werden. Geld, für die Restaurierung der drei über 80 Jahre alten denkmalgeschützten Schiffe "Einigkeit", "Recht" und "Freiheit".

Seit Mitte der 50er Jahre lagen sie als Brückenschiffe zwischen Wiesdorf und Rheindorf. Vandalen und ein Feuer setzten den Schiffen nach und nach jedoch zu. 1992 ging die "Recht" unter.

Nach einer Zwischensanierung in Holland liegen zwei der Schiffe seit 2003 im Duisburger Hafen, die "Freiheit" wurde 2004 ins Ausbesserungswerk des Bayer-Autohofes gebracht. Ohne die Hilfe der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks wäre dies nicht möglich gewesen, so Gabriele Pelzer, Geschäftsführerin des 1995 gegründeten Fördervereins.

Mit der Sanierung werde es nun vorangehen, im Frühjahr 2009 sollten die Schiffe wieder an ihrem alten Platz liegen. Etwa eine Million Euro kostet das Vorhaben insgesamt, 20 Prozent davon entfallen auf den Verein, von denen er noch 40 000 Euro aufbringen muss.

Die Benefizveranstaltung, die von der Showtanzgruppe des TSV Bayer 04 eröffnet wurde, sollte helfen. THW und DLRG waren anwesend, und der Leverkusener Shanty-Chor sang über eine Stunde lang für den guten Zweck. Der Vereinsvorsitzende Karl Lange zeigte sich über den mangelnden Besucherandrang jedoch enttäuscht. Es hätte zu viele andere Veranstaltungen an diesem Tag gegeben. Der Verkauf der T-Shirts und der hochwertigen Schmuckaktien, auf denen die drei Schiffe abgebildet waren, hielt sich in Grenzen. Nur 1000 Euro habe man eingenommen, so Lange. Er hoffe aber auf die Signalwirkung und darauf, dass die Bürger nun aktiv würden.

"Schon als Kinder haben wir auf den Schiffen gespielt", erzählte die Rheindorferin Waltrud Brück (68), die an diesem Tag gekommen war, um Geld zu spenden. Sie freute sich besonders über Gunter Gabriel, der das Publikum bei bester Laune hielt. Gabriel, der nach eigenen Angaben seit zehn Jahren auf einem Hausboot lebt und das Wasser liebt, zwang am Schluss sogar den Moderator der Veranstaltung, Wolfgang Roeske, auf die Bühne, um zusammen mit ihm "Hoch auf dem gelben Wagen" zu singen. Alles für den guten Zweck natürlich.




"So etwas Sehenswertes muss erhalten werden"

Hausbootbesitzer Gunter Gabriel griff für die Rückkehr von "Einigkeit" und "Recht" und "Freiheit" zur Gitarre

Im Neulandpark wurde für einen guten Zweck gefeiert: Die Schiffsbrücke in der alten Wuppermündung soll wieder aufgebaut werden.

Von ANA OSTRIC

Einigkeit und Recht und Freiheit. Mit diesen drei Worten verbinden viele Leverkusener nicht nur die Nationalhymne, sondern auch ein Schiffstrio. In der alten Wuppermündung zwischen Rheindorf und Wiesdorf bildeten der Klipper "Einigkeit", der Aalschokker "Recht" und die Tjalk "Freiheit" bis 1992 eine Schiffsbrücke.

Das Trio war fast fünfzig Jahre lang ein beliebtes Auflugsziel gewesen, bis es durch Feuer und Vandalismus zerstört wurde. Inzwischen gehören die Schiffe, die samt der Steganlage auf der Denkmalschutzliste der Stadt Leverkusen stehen, dem Förderverein Schiffsbrücke Wuppermündung. 40 000 Euro fehlen laut Karl Lange, dem Vereinsvorsitzenden, noch, um die Wiedererrichtung in Gang zu bringen. Im Rahmen der Regionale 2010 wird der Aufbau der Schiffsbrücke vom Land NRW unterstützt, allerdings muss der Verein, dem die restaurierten Schiffe gehören, einen Eigenanteil von 20 Prozent beisteuern. Eine Million kostet es, die "Freiheit" und die "Recht" im kommenden Sommer mit einem Ponton wieder in die Wuppermündung zu lassen. Die "Einigkeit" soll später folgen und dann den Rhein befahren.

Benefizveranstaltung

Mit einem bekannten Namen lockte der Verein am Sonntag zur Benefizveranstaltung in den Neulandpark. Countrysänger Gunter Gabriel, selbst Hausbootbesitzer, spielte am Abend vor halb besetzten Stuhlreihen in der Sparkassen-Arena. Es sei einfach zu viel los in der Stadt, kommentierte Karl Lange. Der Verkauf von Schmuckaktien zu je 25 Euro, darauf abgebildet die Schiffe, sei aber verhältnismäßig gut angelaufen: "Das ist ja keine so billige Angelegenheit, da halten die Leute schon die Hand aufs Portmonee." In der Villa Römer werden die grafisch anspruchsvoll gestalteten Grafiken ab sofort auch verkauft.

Wer nicht so tief in die Tasche greifen wollte, konnte T-Shirts und Stofftaschen erwerben. Die Vereinsmitglieder hatten außerdem besondere Kuchen gebacken, in Form von Booten und teilweise verziert mit weißen Papiersegeln. Besucher Gerd Bach lobte den Einsatz des Fördervereins für die Schiffsbrück: "Wenn die wieder ins Leben gerufen wird, das wird schön". Das sei aber keine Nostalgie. So etwas Sehenswertes müsse einfach erhalten werden.


Tjalk
Gunter Gabriel trat bei der Benefizveranstaltung im Neulandparkauf. Der Countrysänger lebt in Hamburg auf einem Hausboot, und deswegen wurde er vom Förderverein Schiffsbrücke Wuppermündung eingeladen. FOTO: BRITTA BERG




Gabriel singt für Schiffsbrücke

Der Country-Musiker will dem Förderverein Schiffsbrücke Wuppermündung helfen. Wenn alles nach Plan läuft, wird die Brücke im Herbst des kommenden Jahres wieder begehbar sein.

Von BENJAMIN BLUM

Der Country-Musiker Gunter Gabriel fühlt sich nicht nur auf der Bühne, sondern auch auf dem Wasser wohl - kein Wunder, schließlich wohnt er in Hamburg auf einem Hausboot. Das ist auch der Grund, weshalb er auf der Benefizveranstaltung des Fördervereins Schiffsbrücke Wuppermündung am 9. September in der Sparkassen-Arena auftreten wird. "Wir haben von Herrn Gabriels Hausboot gehört und sind deshalb mit unserem Projekt an ihn herangetreten. Es hat ihm gefallen, und da hat er sich netterweise bereit erklärt, für ein geringes Honorar auf unserer Veranstaltung zu spielen", erzählt Gabriele Pelzer, Geschäftsführerin des Fördervereins.

Viel Geld hätte der Verein Gabriel auch nicht zahlen können, denn es wird jeder Cent gebraucht: Der Ausschuss des Förderprogramms Regionale 2010 hat dem Projekt zwar kürzlich den B-Status bestätigt, für den Reifegrad A, der grünes Licht für die Baumaßnahmen bedeutet, fehlen allerdings noch 40 000 Euro.

"Viele Bürger aus der Gegend sind auf uns zugekommen und haben nach der Schiffsbrücke gefragt. Jetzt ist es an der Zeit, dass sie noch etwas dazu beisteuern", sagt Pelzer. Deshalb sammeln sie und die anderen Mitglieder des Fördervereins auf der Veranstaltung am 9. September Spenden. So bekommen die Besucher die Möglichkeit, Schmuckaktien zu kaufen, von denen insgesamt 1500 Stück aufgelegt werden. Dabei handelt es sich nicht um Anteilsscheine, sondern eine Bestätigung über die Spende an den Verein.

Das Projekt des Fördervereins ist laut eigenen Angaben auf einem guten Weg. Neben der finanziellen Förderung durch die Regionale 2010 und das Starthilfeprojekt "Initiative ergreifen" haben die Mitglieder bisher rund 160 000 Euro in Eigenleistung erbracht. Die beiden Schiffe "Einigkeit" und "Recht" befinden sich momentan in einer Duisburger Werft, die "Freiheit" wartet auf dem Autohof von Bayer auf ihre Rückkehr an die Wuppermündung.

Bevor es soweit ist, müssen am Wupperufer zwei Rohre in den Boden gerammt werden, die die Schiffsbrücke absichern. Läuft alles nach Plan, ist die Brücke im Herbst 2008 wieder begehbar. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg, auf dem, frei nach Gunter Gabriel, das Motto gilt: "Hey Bürger, wir brauchen mehr Geld!"

Termin
Die Veranstaltung findet am 9. September ab 14 Uhr in der Sparkassen- Arena statt. Dabei treten vor Gunter Gabriel (18 Uhr) die Showtanzgruppe von Bayer 04 (14 Uhr) und der Shanty-Chor (15 Uhr) auf.




Brücke führt auch in den Hafen der Ehe

Pläne für die alten Kähne in der Wuppermündung kommen der Verwirklichung näher

Für die Wiederherstellung der Schiffsbrücke in der alten Mündung fehlen nur noch 40 000 Euro.

Von HARTMUT ZITZEN

Land in Sicht! Das große Ziel des Fördervereins, die Wiederherstellung der historischen Schiffsbrücke in der alten Wuppermündung, rückt allmählich in Reichweite. Dort, wo der Klipper "Einigkeit", der Aalschokker "Recht" und die Tjalk "Freiheit" einst ein beliebtes Ausflugsziel bildeten, sollen die restaurierten Kähne schon im nächsten Jahr wieder Wasser unter dem Kiel haben. Die offizielle Wiedereröffnung der Schiffbrücke ist für das Frühjahr 2009 geplant.

Weitgehend restauriert

Bis dahin gibt es noch allerhand zu tun, berichtete der Vorstand des Fördervereins gestern an Ort und Stelle. Fast umspült von den Fluten des Hochwasser führenden Rheins zog der Vorsitzende Karl Lange eine kurze Bilanz des bisher Geleisteten. Die drei Kähne, die vor rund 13 Jahren schon dem Untergang geweiht schienen, sind inzwischen weitgehend restauriert und vor dem Zahn der Zeit geschützt. Zwei von ihnen warten in einer Duisburger Werft darauf, zurück nach Leverkusen geholt zu werden, die "Freiheit" ist auf dem Gelände des Bayer-LKW-Pförtners zwischengeparkt.

Sie und die "Recht" sollen im nächsten Sommer zusammen mit einem Ponton zur Schiffbrücke vertäut werden, über die ein Steg den alten Wanderweg zwischen Rheindorf und Wiesdorf wiederherstellt. Die "Einigkeit" wird mit Mast und Segel aufgetakelt in unmittelbarer Nähe verankert, bei passenden Gelegenheiten aber als "Jugendschiff" auch wieder den Rhein befahren. Neben der Gastronomie für Ausflügler plant der Förderverein regelmäßige kulturelle Veranstaltungen, will die beiden fest vertäuten Kähne aber auch für private Feiern vermieten und - bei Bedarf - dem Standesamt für Trauungen "auf See" überlassen.

Diese Pläne zu verwirklichen wird alles in allem wohl eine runde Million Euro kosten. Unterstützung erhält der Förderverein dabei nicht nur von zahlreichen privaten Sponsoren, sondern unter anderem auch von der Regionale 2010. Erst im Juni wurde das Projekt in die Kategorie B hochgestuft, für die Kategorie A und die endgültige Finanzierung fehlt allerdings noch der Nachweis über den erforderlichen Eigenanteil in Höhe von 20 Prozent.

Plan mit dem Sportpark

Von diesen 200 000 Euro, relativierte Lange, seien rund 160 000 bereits erbracht, und für die restlichen 40 000 habe der Verein sich zusammen mit dem Leverkusener Sportpark etwas ausgedacht: "Über die Wupper" heißt die Benefizveranstaltung, die am 9. September um 14 Uhr im Neulandpark beginnt. Mit dabei werden die Showtanzgruppe von Bayer 04, der Shanty-Chor und als Stargast Country-Sänger Gunter Gabriel sein. Eintritt wird nicht verlangt, statt dessen verkauft der Förderverein "Schmuckaktien" der drei Kähne, die im DIN-A-4-Format 25 Euro, im DIN-A-3-Format 75 Euro kosten.


Tag der offenen Werft, Opladen
Die Pläne für die neue Schiffsbrücke in der alten Wuppermündung präsentieren Gabriele Pelzer, Geschäftsführerin, und Karl Lange, Vorsitzender des Fördervereins. Mit im Boot: Langes Stellvertreter Wolfgang Fliegel und Schatzmeister Franz Josef Olbertz. BILD: BRITTA BERG





Als Teil des kulturellen Erbes erhielt das Regionale-Projekt Schiffsbrücke vor kurzen den B-Status:

Schiffe auf der Zielgeraden

Verkauf von Schmuckaktien soll notwendige Restfinanzierung ermöglichen

"Der Ausschuss der Regionale 2010 hat das Projekt Schiffsbrücke Wuppermündung als 'B-Projekt' bestätigt. Mit dieser guten Nachricht möchten wir Sie ermutigen, den weiteren Qualifizierungsprozess des Projektes in Richtung 'A-Status' aktiv voranzutreiben, um das Projekt möglichst bald zu realilsieren." Per Mail erhielt der Förderverein Schiffsbrücke Wuppermündung vor kurzem diesen Bescheid der Regionale 2010 Agentur. Und die Vorstandsmitglieder des Fördervereins sind entschlossen, das Projekt voranzutreiben - zunächst mit einer


"Vorantreiben" bedeutet für den Verein vor allem, den notwendigen Eigenanteil zur Wiedererrichtung der Schiffsbrücke zu erbringen oder glaubhaft zu machen, dass er ihn erbringen kann. Der Vorsitzende Karl Lange vom Förderverein ist zuversichtlich: "Ein Teil unserer bisherigen Arbeit wird uns als Eigenleistung angerechnet. Bei einem Gesamtvolumen von mehr als 900 000 Euro reicht das aber nicht aus. Wir haben aus der Bevölkerung viele positive Signale erhalten und wissen, dass die Bürger nur darauf warten, dass endlich losgelegt wird, damit sie sich einbringen können." Dieser Zeitpunkt ist jetzt gekommen.

Die Verantwortlichen im Förderverein haben eine Idee der Landesentwicklungsgesellschaft Arbeitsmarkt- und Strukturentwicklung (LEG AS) aufgegriffen und wollen in Kürze "Schmuckaktien" herausgeben - wenn alles klappt, sogar schon bei der Benefizveranstaltung. Es sind 4 verschiedene Aktienmotive geplant: für jedes Schiff eins sowie eins für die Gesamtanlage. Die Schiffsaktien sollen in einem DIN-A4-Querformat zu jeweils 25 Euro das Stück angeboten werden, die Stegaktie in einem DIN-A3-Hochformat zu 75 Euro. Der komplette Satz Schmuckaktien würde bei Einzelerwerb also 150 Euro kosten.

Gedruckt werden sollen diese Schiffsbrücken-Anteilsscheine auf hochwertigem Papier, sodass sie sich sehr gut - gerahmt oder ungerahmt - zum Verschenken eignen. Mit jeder Aktie tragen Käufer und Käuferinnen dazu bei, dass die Schiffsbrücke in Kürze wieder als Attraktion am Leverkusener Rheinufer besucht werden kann. Das Beispiel von LEG AS hat gezeigt, dass solch eine Aktion durchaus geeignet ist, die notwendigen Mittel zusammenzutragen: Die Betreiber der Wuppertaler Schwebebahn konnten mit sogenannten "Lichtaktien" einen Großteil der Beleuchtung der Bahn finanzieren.

Neben den finanziellen Anstrengungen schafft der Förderverein Schiffsbrücke Wuppermündung zurzeit unter anderem die Voraussetzungen für die freie Zufahrt der Rettungsfahrzeuge zum Denkmal von Wiesdorf aus, z.B. durch Einholen der Genehmigung von privaten Rhein-Anliegern.

Ansprechpartner: Karl Lange, Telefon 0214 / 2 41 08