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Rheindorf: Grüne Brücke auf blauem Grund

VON SABINE WOTZLAW

Rheindorf (RP) Das Logo für die Schiffsbrücke über die alte Wuppermündung in Rheindorf ist fertig. Jetzt heißt es nur noch, bis zum nächsten Sommer durchhalten, wenn das denkmalgeschützte Schiffstrio wieder für Besucher geöffnet [ist].

Designerin Gabriele Konopatzki, Gabriele Pelzer und Karl Lang vom Förderverein freuten sich gestern darüber, dass mit dem Logo wieder ein Schritt geschafft ist in Richtung Wi[e]dereröffnung der Schiffsbrücke Wuppermündung.

Dafür hat der Förderverein "Schiffsbrücke Wuppermündung" fast 15 Jahre gekämpft: Nächsten Sommer soll - wenn auch mit dreimonatiger Verspätung - die Schiffsbrücke in der Wuppermündung wieder vor Anker gehen. Nachdem die Finanzierung des Projektes durch das Land Nordrhein Westfalen und den Landschaftsverband Rheinland endlich gesichert ist, hat der Verein jetzt sein neues Vereinslogo vorgestellt.

"Wir freuen uns, ein Logo gefunden zu haben, das der Schiffsbrücke gerecht wird", sagt Karl Lang, Vorsitzender des Fördervereins. Das Logo, das von der Designerin Gabriele Konopatzki entworfen wurde, zeigt eine grüne Brücke, die aus den drei von Fährmann Heinrich Gless getauften Schiffen "Einigkeit", "Recht" und "Freiheit", besteht. Sie schwimmen auf einer geschwungenen, marineblauen Welle. "Wir wollten der Schiffsbrücke ein modernes Erscheinungsbild geben", betont Konopatzki.

Info Schiffsbrücke

Die Schiffsbrücke Wuppermündung besteht aus drei Schiffen, jeweils mit einem Steg verbunden. Sie liegt in der alten Wuppermündung in Rheindorf, ist die kürzeste Verkehrsanbindung zwischen den Rheinorten nördlich und südlich der Wupper. Seit 1983 unter Denkmalschutz.

Brücke schafft Verbindungen

Das Logo solle als Symbol dafür stehen, dass die Schiffsbrücke kulturelle und menschliche Verbindungen schaffen könne. Seit 1996 ist der Förderverein Eigentümer der Schiffsbrücke und kümmert sich um die Instandsetzung der denkmalgeschützten Brücke. Viele engagierte Bürgerhaben den Verein dabei unterstützt. Einer von ihnen ist der ehemalige Polizist Jürgen Krabbe.

Der 72-Jährige baute die Modelle der drei historischen Schiffe detailgetreu nach. "Ich habe meine Liebe zu Schiffen in Norwegen entdeckt", erzählt der Rentner. Zur Zeit sind seine Modelle des Klippers "Einigkeit", des Aalschokkers "Recht" und der Tjalk "Freiheit" in der Rheindorfer Hoffnungskirche ausgestellt. "Viele Gemeindemitglieder schauen sich die Modelle begeistert an", betont Pfarrer Jörg Hohlweger.

Eigentlich sollte die Brücke bereits im Frühjahr 2010 eingeweiht werden: "Leider wurde unser Zeitplan durcheinandergebracht", sagt Gabriele Pelzer vom Förderverein. Schuld sei die Bürokratie. "Aber wir starten jetzt richtig durch."

Zwei der drei Schiffe (Klipper und Aalschokker) werden auf dem Gelände der Duisburger Schiffswerft instandgesetzt, die Tjalk wird im Chempark saniert. Der Klipper soll nach der Sanierung mobil bleiben und für Rundfahrten auf dem Rhein genutzt werden: "Zwei Kapitäne haben sich dafür schon bei uns gemeldet", erzählt Gabriele Pelzer enthusiastisch.

Ein Ponton für die Versorgung

Ein neuer Ponton soll alle technischen Versorgungsfunktionen aufnehmen: "Die Energieversorgung wird durch Flüssiggas erfolgen", berichtet Lang. In die Sicherheit der historischen Wuppersteg-Anlage will der Verein rund 14 000 Euro investieren.

  RP vom 18.09.2009




Jetzt geht es in die Zielgerade

Die Vorfreude wächst: Im nächsten Jahr wird die Schiffsbrücke in der Wuppermündung wiedereröffnet. In der Hoffnungskirche werden jetzt drei originalgetreue Modelle der Schiffe gezeigt.

Von Hartmut Zitzen


Gabriele Konopatzki (links) präsentiert mit Gabriele Pelzer und
Karl Lang die Schiffsmodelle und das Logo. BILD: RALF KRIEGER



Rheindorf - Ausdauer, Durchsetzungsvermögen und ein schier unerschütterlicher Optimismus - es ist wohl vor allem diesen Charaktereigenschaften von Gabriele Pelzer und Karl Lange zu verdanken, dass der Förderverein für den Erhalt der "Einigkeit", "Recht" und "Freiheit" sein großes Ziel im nächsten Jahr - pünktlich zur Regionale 2010 - erreichen wird. Vor 15 Jahren sind sie an den Start gegangen, um das zu diesem Zeitpunkt völlig marode Ensemble der drei historischen Schiffe in der alten Wuppermündung wieder auferstehen zu lassen - und erst jetzt biegen sie auf die Zielgerade ein.

Nachdem sich im Lauf der Zeit immer neue Schwierigkeiten vor dem Verein aufgetürmt hatten, die allesamt beiseitegeräumt werden konnten, wurde Anfang dieser Woche auch noch eine der letzten Klippen umschifft. Ein kiloschwerer Aktenordner kündet davon, dass die Statik der neuen Schiffsbrücke fertig berechnet ist und die "Schwimmtauglichkeitsbescheinigung" für den Klipper "Einigkeit", den Aalschokker "Recht" und die Tjalk "Freiheit" vorliegt.

Modelle im Maßstab 1 : 25

Und weil die Vollendung des großen Werks damit endgültig in greifbare Nähe gerückt ist, stellte der Förderverein am Donnerstag auch das Logo vor, das künftig alle Publikationen zieren wird. Es zeigt in stilisierter Form die drei Schiffe über einem Wasserlauf, gekrönt von einer mit schwungvollem Strich gezeichneten Brücke. Gabriele Konopatzki hat das Wahrzeichen in enger Zusammenarbeit mit dem Vorstand entwickelt. "Es galt, Form und Inhalt so zu verbinden, dass eine visuelle Einheit mit hohem Wiedererkennungswert entstand", erklärte die Diplom-Designerin aus Rheindorf in der Hoffnungskirche an der Solinger Straße.

Dorthin hatte der Verein eingeladen, um nicht nur das Logo, sondern auch drei originalgetreue Modelle der Schiffe im Maßstab 1 : 25 vorzustellen. Die von dem Schlebuscher Jürgen Krabbe geschaffenen Nachbildungen lassen heute schon erahnen, worauf sich die Besucher der Schiffsbrücke im nächsten Jahr freuen dürfen. Drei bis vier Monate hat der Polizist im Ruhestand in der Dachkammer seines Hauses an jedem einzelnen Modell gearbeitet, erklärte er bei der Präsentation. Bis Ende nächster Woche werden sie noch in der Hoffnungskirche zu sehen sein, anschließend will der Förderverein sie in einem Schaufenster an der Wupperstraße ausstellen.

Mitte nächsten Jahres, schätzen Gabriele Pelzer und Karl Lange, wird es dann endlich soweit sein: Die Tjalk und der Aalschokker werden in der alten Wuppermündung wieder als Brücke mit integrierter Gastronomie für Ausflügler und als Stätte für private und Firmenfeiern zur Verfügung stehen. Der Klipper geht im Rhein vor Anker und kann als Ausflugs- und Clubschiff gemietet werden. Auch der Anker ist übrigens ein Original: Nach der jüngsten Berichterstattung im "Kölner Stadt-Anzeiger" meldete sich ein Domstädter beim Verein, dessen Vater das gute Stück einst Heinz Gless, dem früheren Eigentümer der Schiffsbrücke, als Gartenzierde abgekauft hatte. Demnächst kommt er wieder an seinen angestammten Platz.




Brückenschlag aus Heimatliebe

Die Schiffsbrücke über der alten Wuppermündung entsteht neu. Die in ihrer Art einzigartige Steganlage soll am angestammten Ort wieder eröffnet werden. Die Arbeit eines Fördervereins macht es möglich.

Von Thomas Esch

Leverkusen - Rheinstromkilometer 703, alte Wuppermündung. Seit Jahren ist kaum mehr sichtbar, dass der Ort von historischer Bedeutung ist. Die alte Wegeverbindung zwischen den heutigen Leverkusener Stadtteilen Wiesdorf und Rheindorf an der Stelle, wo die Wupper bis zu ihrer Verlegung in den 1960er Jahren Richtung Norden in den Rhein floss, ist bis zurück ins Jahr 1775 nachgewiesen.

1920 entsteht eine Steganlage über offene Holzboote, die der Rheindorfer Heinrich Gless 1929 durch eine dauerhaftere Anlage ersetzt und Brückenzoll von Passanten erhebt. 1945 wird der Steg gesprengt. Ein Jahr später baut Gless eine neue Brücke auf Pontons, die 1956 / 57 durch Hochwasser so stark beschädigt wird, dass sich Gless nach neuen Schwimmkörpern umsehen muss. Er erwirbt Klipper und Tjalk, später auch den Aalschokker und tauft die drei Boote auf die Namen "Einigkeit", "Recht" und "Freiheit". 1983 werden sie als Ensemble Schiffsbrücke in die Denkmalliste der Stadt eingetragen.

Nach dem Tod von Gless im Jahr 1974 wechseln die Besitzer, die Anlage wird vernachlässigt, es gibt Brände und Zerstörungen. Heinrich Schallenberg kauft die Schiffe und schenkt sie dem am 26. Oktober 1995 gegründeten  Förderverein Schiffsbrücke . Dessen ehrgeiziges Ziel: Die Steganlage in der alten Wuppermündung soll wieder entstehen. Im August 2006 wird ein Sommerfest bei den arg heruntergekommenen Schiffen gefeiert und eine große Spendenaktion angekurbelt - dank breiter Unterstützung aus allen Bereichen der Bürgerschaft und der Wirtschaft mit enormem Erfolg. Der allein beweist, wie sehr sich Leverkusener mit dem Schiffs-Trio identifizieren. Zahlreiche Zeichnungen, Stiche und Fotos zieren Leverkusener Wohnzimmerwände.

Doch bei aller Großzügigkeit der Bürgerschaft: Ohne Zuwendungen aus öffentlichen Kassen wäre das zunächst kaum glaubliche Ziel, das über eine Million Euro teure Projekt einer Wiederherstellung der Schiffsbrücke umzusetzen, nicht erreichbar. Die Hilfe des Landes trifft vor einem Jahr ein mit zwei Zuwendungsbescheiden über 574 000 und 92 000 Euro an den Förderverein. Das Geld stammt aus den Töpfen der Landesprogramme "Initiative ergreifen" für bürgerschaftliches Engagement mit Unterstützung durch die "Regionale 2010". Zusammen mit einem früheren Bescheid über 221 000 Euro sind damit schon 80 Prozent der Kosten gedeckt.

Kultur- und Freizeittreffpunkt

Im Dezember dann die nächste gute Nachricht: Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) fördert das Projekt mit insgesamt 85 500 Euro. Mit der Finanzspritze aus Mitteln der regionalen Kulturförderung soll der Schiffsbrücke zu einem Kultur- und Freizeittreffpunkt, etwa als Veranstaltungsort für Lesungen und Kleinkunst werden. Auch die Geschichte der historischen Anlage sowie der Binnenschifffahrt soll durch Dauerausstellungen für die Besucherinnen und Besucher erlebbar gemacht werden.

Zwei der alten Schiffe und ein Ponton, an Dalben verzurrt, bilden mit einem Steg verbunden die neue Schiffsbrücke. In der Tjalk wird eine kleine Gastronomie eingerichtet, auf dem Ponton werden Sanitärbereich und Versorgungseinrichtungen untergebracht sein. Wasser aus dem Rhein wird hier zu Trinkwasser aufbereitet, ein Dieselgenerator sorgt für Strom. Der motorisierte und segeltüchtige Klipper wird frei bleiben, mit seinen acht Kabinen Übernachtungsmöglichkeit bieten und tagsüber Touren auf dem Strom unternehmen.

Noch vor der Wintersaison soll die Montage mit Hilfe eines Schwimmkrans erfolgen. Das hofft jedenfalls Vereinsvorsitzender Karl Lange, auch wenn sich der ursprüngliche Zeitplan nach hinten verschoben hat. "Es gibt halt unheimlich viele Details zu beachten", meint er. Das reicht von der Statik über Landschaftsschutz bis hin zu schifffahrtsrechtlichen Vorschriften, die der Sicherheit der Schiffe in der alten Wuppermündung und auf dem Rhein gewährleisten sollen. Im Frühjahr 2010 soll die Einweihung erfolgen.

Mit Touren, Gesellschaften und Seminaren und der Gastronomie, für die zurzeit noch ein Pächter gesucht wird, soll Geld in die Kasse fließen. Denn wichtig ist: Mittel vom Land fließen nur, wenn sich nach einem Zeitraum von drei Jahren das Projekt selbst trägt. "Dann müssen wir alleine schwimmen", sagt Vereins-Geschäftsführerin Gabriele Pelzer. Eine Mini-Gesellschaft soll Anfang 2010 gegründet werden mit einem Geschäftsführer, der die Dinge überwacht.

Der "Förderverein Schiffsbrücke" hat eine Kollektion Schmuckaktien herausgegeben, deren Verkaufserlös dem Projekt zugute kommt. Wählen kann man zwischen drei Einzelmotiven zu je 25 Euro und einem Gesamtmotiv der neuen Steganlage für 75 Euro. Sie können über den Vorsitzenden oder die Geschäftsführerin bezogen werden. Nähere Informationen finden sich auf der Internet-Seite des Vereins.

  KStA vom 20.08.2009




"Grüner Fächer" wertet Perlen an Rhein, Wupper, Dhünn auf:

Schiffsbrücke Wuppermündung soll 2010 fertig sein

Vom Frühjahr 2010 bis zum Sommer 2011 präsentieren 53 Städte und Gemeinden die Stadtentwicklungs-, Grün- Standort- und Kulturprojekte, die sie im Laufe der letzten Jahre im Rahmen des Regionale 2010-Strukturförderprogramms (gemeinsam) geplant und bis dahin begonnen haben werden. Der "Grüne Fächer" wurde 2003 vom Rat der Stadt Leverkusen als Projektidee bei der Regionale 2010-Agentur eingereicht. An der grenzüberschreitenden Idee, die Grün- und Freiraumflächen entlang der Flüsse Rhein, Wupper und Dhünn zu einem abwechslungsreichen Freiraumsystem auszubauen und vorhandene "Schätze" aufzuwerten - daran arbeitet die Stadt Leverkusen gemeinsam mit Bergisch Gladbach, Leichlingen, Odenthal, Rheinisch-Bergischen Kreis sowie dem Wupperverband zusammen.

Fürs Leverkusener Gebiet wurden innerhalb des Grünen Fächers die Projektschwerpunkte "WupperWandel" und "Dhünnkorridor" festgelegt. Dreh- und Angelpunkt aller Leverkusener Planungen ist der 2005 durch die Landesgartenschau entstandene Neuland-Park. An die neue grüne Lunge am Rhein knüpfen neue und alte Wege und Freiraumbeziehungen an.

Für die Realisierung aller Maßnahmen (dazu zählt unter anderem die Sanierung der Rehbockanlage an der Wupper in Opladen) wendet die Stadt von 2008 bis 2011 einen Eigenanteil von 120.000 Euro pro Jahr auf. Zuzüglich der Fördergelder können damit in Leverkusen Maßnahmen in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro angestoßen werden.

Die heutige Radtour führt, ausgehend vom Neuland-Park, entlang des Rheins zur alten Mündung der Wupper in den Rhein. Hier entsteht das Regionale-2010-Projekt "Schiffsbrücke Wuppermündung". Es ist ein eigenes Projekt, das vom "Förderverein Schiffsbrücke e.V." getragen wird.

Schiffsbrücke Wuppermündung einzigartig in Westeuropa

Karl Lange, Vorstandsvorsitzender, und Gabriele Pelzer, Geschäftsführerin des "Förderverein Schiffsbrücke e.V." stellten an der alten Wuppermündung in den Rhein das Projekt "Schiffsbrücke" vor. Bis in die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts war die alte Schiffsbrücke eine der kürzesten und wichtigsten Verbindungen zwischen den nördlich gelegenen Rheinorten Monheim, Hitdorf und Rheindorf und dem südlich der Mündung gelegenen Wiesdorf. Gebildet wurde sie aus drei Binnenschiffen und einem darüber führenden Steg für Fußgänger und Fahrradfahrer. Der Förderverein Schiffsbrücke, der seit 1996 Eigentümer der historischen Tragschiffe ist, hat sich die Erhaltung und den Wiederaufbau dieses in Westeuropa einzigartigen denkmalgeschützten Ensembles zur Aufgabe gemacht.

Ziel: über zwei fest verankerte Schiffe und einen Ponton soll - wie früher - ein Steg zur Querung führen. Außerdem soll ein einfaches Gastronomieangebot entstehen, um die Schiffsbrücke zu einem neuen Ausflugsziel in Leverkusen zu machen. Ein drittes Binnenschiff, ein Flussklipper, soll als Segelschiff wieder fahrbar gemacht werden und unter anderem als "Jugendschiff" ein Ort für Schulprojekte werden. 2009 stehen die Vergabe der Aufträge, Vorfertigung und Werftarbeiten an. Für das Frühjahr 2010 ist die Inbetriebnahme geplant.

Das Projekt "Schiffsbrücke Wuppermündung" ist unter der Rubrik "Kulturelles Erbe" bei der Regionale 2010 eingestuft und befindet sich damit in guter Gesellschaft, unter anderem mit der Archäologischen Zone Köln, der Perspektive Altenberg sowie den Mühlen links und rechts des Rheins.

Das Projekt "Schiffsbrücke Wuppermündung" ist unter der Rubrik "Kulturelles Erbe" bei der Regionale 2010 eingestuft.

Zur Realisierung sind Kosten in Höhe von ca. 1,1 Millionen Euro angesetzt.

Grüner Fächer wertet "Landschaftsperlen" auf

Dr. Daniel Zerweck, Stadtplaner, und Manfred Witowski, Grünplaner, ergänzten: "Der Grüne Fächer" ist kein spektakuläres Neubauprogramm, sondern er wertet die vielen in Leverkusen bereits vorhandenen urbanen und landschaftlichen 'Perlen* weiter auf.

So wird beispielsweise die Schiffsbrücke Wuppermündung den bereits vorhandenen Radweg 'Erlebnisweg Rheinschiene' um ein wunderschönes Stück längs des Rheines ergänzen und den Nahtschluss zum Wupperwander- und Radweg schaffen."

  Weitere Infos unter: www.regionale2010.de




Schiffsbrücke

Einweihung im Frühjahr

Leverkusen - Seit Mitte der 1950er Jahre führten "Einigkeit", "Recht" und "Freiheit", drei ausrangierte Eisenschiffe aus Holland, über die Wupper und verbanden Wiesdorf und Rheindorf. Heute ist der Förderverein Schiffsbrücke Wuppermündung Eigentümer der Schiffe. Die Mitglieder bemühen sich darum, die Schiffe zu restaurieren und wieder auf die Wupper zu setzen. Voraussichtlich im September würden die beiden Brückenschiffe zum ersten Mal wieder an ihrem angestammten Platz zu sehen sein, sagt Karl Lange, Vorsitzender des Fördervereins. Die Schiffe werden eingeschwommen und montiert. Bis die Tjalk und der Aalschokker wieder als Brücke genutzt werden können, dauert es knapp ein Jahr: Im kommenden Frühjahr sollen sie eingeweiht werden. Derzeit wird ein zusätzlicher Ver- und Entsorgungsponton gebaut. Insgesamt haben die Restaurierung und Installation der Schiffe 1,5 Millionen Euro gekostet, von denen der Förderverein 20 Prozent Eigenanteil beigesteuert hat. Davon ausgenommen ist der Klipper, der als Ausflugs- und Clubschiff genutzt werden soll. Sein Ausbau kann zusätzliche 700.000 Euro kosten. (jos)




Modellbootbauer

Krabbes kleine Schiffe

Von Stefanie Jooß

Der ehemalige Polizist Jürgen Krabbe hat die drei Wupper-Schiffe "Einigkeit", "Recht" und "Freiheit" detailgenau nachgebaut. Seit einer Seereise nach Norwegen fertigt er bis ins Kleinste ausgetüftelte Modellschiffe.

SCHLEBUSCH - Eine Reise in den Süden hatten sich Jürgen Krabbe und seine Frau zur Silberhochzeit vorgenommen: mit dem Wohnwagen nach Italien. Doch es kam anders. Hätten sich die beiden tatsächlich für den Campingurlaub entschieden, müssten jetzt - so die logische Schlussfolgerung - zahlreiche Wohnmobile die Räume im Haus des Rentnerehepaars schmücken. Stattdessen stehen dort Modelle alter Segelschiffe. Denn Jürgen Krabbe und seine Frau befolgten den Vorschlag eines Freundes: Sie verreisten nicht im Wohnmobil nach Italien, sondern auf einem elf Meter langen Segelboot nach Norwegen. Vier Tage und drei Nächte verbrachten sie auf der Yacht - "ohne seekrank zu werden", betont Krabbe. "So haben wir unsere gemeinsame Liebe zu Booten und zum Meer entdeckt", erzählt er. Und was Jürgen Krabbe betrifft, gab die Reise ihm den Anstoß, wieder Modellboote zu bauen. Das hatte er zuletzt in seiner Kindheit getan.

Der hohe Anspruch und die Genauigkeit, mit der der Rentner seine Schiffe fertigt, übertreffen Kinderbasteleien allerdings bei weitem. Die Ideen holte sich der 71-Jährige unter anderem in Holland. Nachdem er vor elf Jahren in den Ruhestand gegangen war, hat der Leverkusener jeden Sommer mit seiner Frau im Land der Windmühlen verbracht. Dort traf er nicht nur Menschen, die sich für den Erhalt der Mühlen einsetzen, sondern auch solche, die ein Herz für schwimmende Oldtimer haben. Einige der alten Schiffe hat Krabbe gezeichnet und, meist in den Wintermonaten, nachgebaut. Planke für Planke verleimt er den Schiffsrumpf aus Eiche oder Mahagoni und biegt ihn mit Hilfe von Wasserdampf in seine Form. In eine Kajüte hat Krabbe einen Ofen und Betten eingebaut. Die Matratzen sind mit rot-weiß kariertem Stoff überzogen. Sogar die Fische im fingerhutgroßen Eimer hat der Leverkusener selbst modelliert. "Ich hätte Bootsbauer werden sollen", sagt der 71-Jährige augenzwinkernd. Tatsächlich war Krabbe bis zu seiner Pensionierung Polizist, erst in Opladen, später in Schlebusch.

Im Esszimmer seines Hauses in der Waldsiedlung hat der Modellbauer einige seiner Schiffe stehen. Drei davon sind vielen Leverkusenern bekannt: der Klipper "Einigkeit", der Aalschokker "Recht" und die Tjalk "Freiheit". Die Originale, die bis 1992 als Brücke über die Wupper führten, sind zwischen 13 und 20 Meter lang. Im Modell sind sie auf einen Meter Länge und weniger geschrumpft. Nichtsdestotrotz hat Krabbe auch sie bis ins Detail selbst gestaltet. Kein Schiff gleicht dem anderen: Eine Tjalk wie die "Freiheit" ist fürs Wattenmeer geformt. Sie hat einen flachen Boden, damit sie bei Ebbe aufsetzen kann. Der Klipper dagegen ist schnittig und kann hohe Geschwindigkeiten erreichen. Die Schiffsschraube der "Einigkeit" hat Krabbe aus Zehn-Cent-Münzen gefeilt. Auch Steuerrad, Anker und Ankerwinde hat er nicht im Modellbauladen gekauft, sondern selbst gelötet. Sogar das rote Segeltuch hat er eigens gefärbt und genäht. Berühmt sei er jedoch für seine Schiffstüren, erklärt Krabbe am Beispiel der Tjalk. Weil es im Schiff wegen der Feuchtigkeit nicht gerade frisch riecht, wurden die Türen luftdurchlässig gebaut. So haben auch die wenige Zentimeter hohen Türen der "Freiheit" Lamellen, ein Bullauge und einen Kugelgriff.

Besonders angetan hat es Krabbe die Geschichte der Schokker. Mit ihnen wurden Nacht für Nacht auch auf dem Rhein Aale gefangen. Jeden Abend wurde der nicht motorisierte Schokker in den Fluss geschleppt. Das am Mast befestigte Netz wurde an der Stelle mit der stärksten Strömung ausgelegt und mit Hilfe von Seilwinden wieder eingeholt. Tagsüber ruhte das Schiff in der Nähe des Ufers.

Etwa 20 Schiffe hat Krabbe bisher gebaut. Jedes beansprucht drei bis vier Monate Arbeit. Er freue sich, dass er als Rentner seine Zweitbeschäftigung als Bootsbauer gefunden habe, sagt er. Die Entscheidung für Norwegen war also auch deshalb eine gute. In zwei Jahren feiern die Krabbes Goldhochzeit. Man darf gespannt sein, wohin die Reise geht. Ein Segeltörn jedenfalls scheide aus, erklärt Krabbe: Auf einer elf Meter langen Yacht sei es ihm und seiner Frau inzwischen zu eng. Vielleicht ist das die Gelegenheit, Italien eine zweite Chance zu geben.