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Schiffsbrücke erst Mitte 2011 fertig

Leverkusen (RPO). Erst jetzt wird das Ausmaß der zwei großen Probleme des Schiffsbrücken-Fördervereins deutlich: Die Brücke, bestehend aus drei Schiffen - der "Einigkeit", der "Recht" und der "Freiheit" - , kann nicht wie geplant im Oktober, sondern erst Juni 2011 fertig sein.

Problem eins Der Verein, der die alte Schiffsbrücke an der Wuppermündung wieder aufbauen will, musste sich von seinem Statiker trennen. "Wir haben einfach nicht die gleiche Sprache gesprochen", sagte Geschäftsführerin Gabriele Pelzer. "Wir mussten feststellen, dass die Statik in manchen Teilen einfach überdimensioniert war. Das hätte uns 100 000 Euro mehr gekostet. Andere Dinge, wie die Tore, die die Brücke vor Vandalen schützen soll, hat er überhaupt nicht berücksichtigt. Alles sah plötzlich zu klobig aus - die Schiffe rückten in den Hintergrund." Auch musste der Verein feststellen, dass aus jeder Frage zwei neue aufkamen. "Wenn wir selber jedem Detail nachgehen müssten, würde die Brücke nie fertig werden", sagte Pelzer. Seit dem Frühjahr prüft nun ein Ingenieurbüro, was alles doch in kleinerer und somit auch günstigerer Ausführung möglich ist.

   RP online vom 14.09.2010


Eröffnung der Schiffsbrücke verschoben

Von Ralf Krieger
Die Wiedereröffnung der historischen Schiffsbrücke lässt noch einmal länger auf sich warten als geplant. Die Statik für das historische Ensemble in der alten Wuppermündung stimmt noch nicht.

Leverkusen - Eigentlich sollte die historische Schiffsbrücke über die alte Wuppermündung schon in diesem Herbst wiedereröffnet werden. Schließlich führt das Strukturprogramm "Regionale 2010", unter deren Schirm das Projekt durchgeführt wird, sogar schon im Namen einen erwünschten Eröffnungstermin. Dass es mit der Jahreszahl nun doch nichts wird, bestätigt die Geschäftsführerin des Schiffsbrücken-Fördervereins, Gabriele Pelzer. Die Eröffnung wird wohl eher im Mai oder Juni 2011 sein.

Die Gründe, die sie nennt, sind tatsächlich geeignet, jeden Zeitplan jedes Bauprojekts zunichte zu machen. Die meisten Verzögerungen sollen durch die falschen Berechnungen des Statikers entstanden sein. Der soll zwar keine gefährlichen Fehler gemacht haben, aber er soll die Dalben und Widerlager so überdimensioniert geplant haben, dass man laut Pelzer "da dran ein Containerschiff hätte anhängen können".

Dass sich die statischen Berechnungen des Ingenieurs ebenso gigantisch in der Baukasse des Fördervereins bemerkbar gemacht hätten, leuchtet ein. Deshalb musste die Statik komplett neu berechnet werden. Jetzt hat sich ein Schiffsbauingenieur der Pläne angenommen. Zu allem Übel befindet sich der Verein mit dem ersten Statiker auch noch im Rechtsstreit. Der zweite Schlag, der das Projekt laut Gabriele Pelzer zurückgeworfen hat, sei der plötzliche Tod des städtischen Architekten Meinolf Hehmann, 63, gewesen: "Er hat alle Pläne gezeichnet und kannte jedes Detail. Die Außenanlagen genauso wie die Innenarchitektur der Schiffe", sagt sie, "der fehlt uns an allen Ecken und Enden." Doch nicht alles ist schief gelaufen, es gibt in der Rheinaue sogar schon etwas zu besichtigen: Die Wege zur alten Wuppermündung, ehemals fast unpassierbare Schotterstrecken und tief ausgefahrene Feldwege, sind nun gerade asphaltierte Sträßchen und ein Genuss für Fahrradfahrer oder Rollschuhläufer. Auch der Wendeplatz an der Wiesdorfer Seite der alten Wupper ist fertig. Und die nächste Bauphase rückt unaufhaltsam näher: Bevor die nun nicht mehr ganz so großen Dalben ins Sediment des Stroms gerammt werden dürfen, muss sich erst der Kampfmittelräumdienst mit dem Untergrund befassen. Denn gerade in der Rheinaue muss man mit Munition und Blindgängern rechnen, die man lieber nicht unter einer Ramme haben möchte.