Pressearchiv:   Presseberichte 2011


Unerlaubt angelegt

Werftmitarbeiter haben einen Ponton am Anleger Neulandpark befestigt. Der Schwimmkörper wurde in Andernach gebaut und soll bald Teil der Wupperbrücke sein.

Wiesdorf - Ein Ponton, der bald Teil der Wupperbrücke sein wird, liegt seit Donnerstag in Wiesdorf am Rheinanleger. Den in Andernach gebauten Schwimmkörper schleppten die Leute von der Werft mit einem richtig alten Ausflugsdampfer nach Leverkusen.

Der Förderverein hat jetzt ein Problem, denn der Ponton muss auf der dem Land zugewandten Seite des Anliegers festmachen, aber für dieses Manöver war der Ausflugskahn zu lang. Ein kleiner Schlepper müsste her, der war nicht zu bekommen. Der 20-Tonnen-Ponton lässt sich nicht einfach mit Muskelkraft im Hochwasser führenden Rhein verlegen. (rar)

        Die Lösung des Ponton-Problems (Video)


Rheinlandtaler

Orden für die Antreiberin

Von Jan Sting

Für ihre Verdienste um die Stadtgeschichte ist die Aktivistin Gabriele Pelzer mit dem "Rheinlandtaler" ausgezeichnet worden. Aktuell kämpft sie für den Erhalt der Schiffsbrücke in der Wuppermündung.

Leverkusen - Dem Haupt der Medusa wird nachgesagt, dass es Gefahren abweist. Gabriele Pelzer hofft nun, dass sie damit die Kette der Komplikationen, die sich mit den Wupperkähnen "Einigkeit", "Recht" und "Freiheit" verbindet, sprengen kann. 16 Jahre arbeitet die passionierte Historikerin schon daran, dass sie als Tragkörper der ehemaligen Schiffbrücke wieder an ihren Platz in der Wuppermündung kommen. Das Medusenhaupt jedenfalls hat sie schon mal. Denn es ist auf dem "Rheinlandtaler" abgebildet, der Pelzer für ihre Verdienste um die Stadtgeschichte verliehen wurde.

Seltene Auszeichnung

Seit 1976 zeichnet der Landschaftsverband damit Personen aus, die ihn in seinen Bemühungen um die Bewahrung und Pflege der rheinischen Kulturlandschaft unterstützen. "Diese Auszeichnung wird seltener verliehen als das Bundesverdienstkreuz", betonte Lorenz Bahr, stellvertretender Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland, bei der Feier in der Villa Römer. Pelzer habe sich um den Erhalt des kulturellen Erbes im Rheinland besonders verdient gemacht. "Schon 1985 war sie mit von der Partie, als sich die Stadtgeschichtliche Vereinigung Leverkusen gründete." Deren Vorsitzende ist Pelzer heute und gilt als treibende Kraft der Dauerausstellung "Zeiträume Leverkusen", die bald in der Villa Römer öffnet. Träger ist der 2007 gegründete Verein Haus der Stadtgeschichte Leverkusen, der alle drei aktiven Geschichtsvereine der Stadt ins Boot holt. An dem Projekt mit einem Gesamtvolumen von 370 000 Euro beteiligen sich neben dem Verein auch der Landschaftsverband Rheinland und die Nordrhein-Westfalen-Stiftung.

"Gabriele Pelzer kämpft für ihre Projekte", betonte Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn in seiner Laudatio. Ihre Verdienste würden an vielen Stellen der Stadt augenfällig. Buchhorn nannte die Restaurierung des Freiherr-vom-Stein-Brunnens auf dem Landrat-Trimborn-Platz in Opladen. "Auch sie wurde angeregt von Gabriele Pelzer und gestiftet von der stadtgeschichtlichen Vereinigung." Der Förderverein für die Schiffsbrücke, mit dem sich Pelzer für den Erhalt des historischen Ensembles einsetzt, hofft, die Schiffe noch in diesem Jahr als Tragkörper für die Brücke in die Wuppermündung schleppen zu können. "Leverkusen hätte damit nicht nur eine Attraktion, sondern auch einen durchgehenden Radweg unmittelbar am Rhein entlang mehr", so Buchhorn.




Leverkusen

Schiffsbrücke kehrt bald zurück

VON STEPHANIE LICHIUS-ENGELS

Leverkusen (RPO). Die drei historischen Schiffe, die an der Wuppermündung in Rheindorf eine einzigartige Steganlage und ein Ausflugsziel bildeten, sollen noch in diesem Jahr wieder ihre Plätze einnehmen. 14 Jahre waren sie weg.

Noch in diesem Jahr soll es soweit sein: Die "Einigkeit", die "Recht" und die "Freiheit" sollen wieder ihren angestammten Platz an der Wuppermündung in Rheindorf einnehmen. Damit endet dann eine Odyssee, die die Mitglieder des "Fördervereins Schiffsbrücke Wuppermündung" viele Nerven und viel Geld gekostet hat.

Die Schiffsbrücke ist als letzte ihrer Art in Deutschland erhalten und gilt in ganz Westeuropa als einzigartig. Seit 1997 aber schon klafft am Rheinstromkilometer 703 ein Loch - damals wurden der Rheinklipper, der Aalschokker und der Lastensegler (Tjalk) in eine niederländische Werft geschleppt, um dort grundsaniert zu werden.

INFO
Neuen Weg gebaut
Wenn die Schiffe erstmal wieder da und die Stege neu gebaut sind, steht einem Ausflug zur Wupperbrücke nichts mehr im Weg. Dafür hat auch Lothar Schmitz, Leiter des Fachbereichs Stadtgrün, gesorgt: "Wir haben aus dem vormals schlechten Feldweg einen neuen, asphaltierten Rad-Fußweg gebaut", erklärt er. "Der hat auch schon schadlos das Hochwasser 2010 überstanden."

Der Aalschokker, der 1992 nach einem Brand gesunken war, hatte Lecks am Rumpf, war an vielen Stellen mürbe. Auch die anderen beiden Schiffe hatten damals "heftige Schäden", wie Geschäftsführerin Gabriele Pelzer erklärt.

Mit dem Statiker vor Gericht

2003 dann die fast überhastete Rückkehr nach Deutschland. Pelzer: "Wir hatten den Eindruck, dass die Werft in Konkurs geht und wollten verhindern, dass unsere Schiffe in die Konkursmasse einfließen." Seitdem liegen die "Einigkeit" und die "Recht" auf dem Gelände der Neuen Ruhrorter Schiffswerft in Duisburg, die "Freiheit" auf dem Bayer-Autohof in Leverkusen.

Pelzer entnervt: "Unser Architekt ist zwischenzeitlich verstorben, mit dem Statiker stehen wir vor Gericht. Das neu beauftragte Statikbüro muss jeden Schritt neu prüfen. Allein das hat uns ein bis zwei Jahre gekostet."

Das nächste Problem: Der Schwimmkran, der die Pfähle zum Befestigen der Schiffe und des Stegs bringen und ins Wasser rammen soll, ist sehr schwer (beladen) und braucht dementsprechend viel Wasser unter dem Kiel. Der Rhein aber führt Niedrigwasser.

Pelzer: "Langsam fangen wir schon sehr an zu krebsen." Jeden Tag sei einer aus dem Verein in der Tjalk, in der kleine Gastronomie eingerichtet werden soll und die dafür noch von innen ausgebaut werden müsse. "Es fehlen Elektroleitungen, der Schreiner kommt für den Boden, ein paar Vitrinen und eine Theke." Und als wäre das noch nicht genug, geht dem Verein langsam aber sicher das Geld aus: "Je länger die Leute die Schiffe nicht mehr sehen, desto weniger spenden sie", erklärt Gabriele Pelzer.

"Mehr als eine Million Euro kostet das Projekt insgesamt, wir mussten eine Eigenleistung von 211 000 Euro aufbringen, von denen 180 000 Euro schon weg sind. Und jetzt kommen nochmal 115 000 Euro zusätzlich auf uns zu", sagt Pelzer.

Da könne man manchmal schon die Lust verlieren, gibt die Geschäftsführerin zu. "Aber wir lieben unsere Schiffe, wir halten durch und lassen uns nicht erschüttern. Jetzt - auf der Zielgerade - erst recht nicht mehr", sagt Pelzer mit Nachdruck. Geplant ist, am 17. Juli Richtfest zu feiern.

Mehr Infos gibt es im Internet unter www.schiffsbruecke.com. Wer spenden möchte, findet dort auch die Kontoverbindung.

   RP vom 17.05.2011




Dürreperiode

Trockenen Fußes über die Wupper

Von Ralf Krieger

Die anhaltende Dürreperiode sorgt für niedrige Pegelstände in Rhein und Wupper. In der alten Wuppermündung, in der bald wieder die Schiffsbrücke entstehen soll, wäre für dieses Vorhaben zurzeit nicht genug Wasser vorhanden.

Leverkusen - Erstmals seit langer Zeit lagen sie im extrem heißen August 2003 im Trocknen, dann wieder im Oktober 2009, und nun ragen sie nach dem trockenen Frühjahr schon wieder aus dem Rheinwasser heraus: die so genannten Hungersteine. Sie liegen ein paar Meter südlich der Wuppermündung im Rheinkies - und liegen trocken, wenn der Kölner Pegel unter 125 Zentimeter sinkt. Der älteste trägt die Aufschrift B.E.T.L (die Initiale des Rheindorfers Theo Longerich) und 1959. Bei zwei neueren Steinen stammen die Inschriften aus dem Jahr 2003. In diesem Jahr im September fiel der Rhein auf die historische Marke von 80 cm.

Noch ein paar Meter weiter fällt zur Zeit die alte Wuppermündung trocken, in der bald die Schiffsbrücke wieder erstehen soll. Gabriele Pelzer vom Förderverein Schiffsbrücke sagte, dass die drei Schiffe mit den Namen "Einigkeit", "Recht" und "Freiheit" eigentlich am 17. Juli an ihrem neuen Platz festmachen sollten, sie nun aber selbst kaum daran glauben könne, dass der Verein diesen Termin noch einhalten kann. Der Schwimmbagger, der Dalben zur Befestigung in den Grund rammen soll, brauche zwei Meter Wasser unter dem Kiel, und das könne "möglicherweise sogar bis Weihnachten dauern", wie der Vereinsvorsitzende Karl Lange orakelte. Deshalb überlege man im Verein, die Dalben vom Land aus einzurammen, was womöglich auch billiger wäre als einen Schwimmkran samt Mannschaft anzuheuern. Der Innenausbau eines der Schiffe sei so gut wie abgeschlossen. Am Freitag nutzten einige Männer vom Verein das Niedrigwasser und zogen Schrott aus dem Flussbett. Sie zogen rostige Mofa-Rahmen, Töpfe, eine Autotür und eine Gasflasche aus dem Modder.

Die Schiffsbrücke soll ja den unterbrochenen Radweg am Rhein wieder verbinden. Einigermaßen flexible Radfahrer kommen aber derzeit auch ohne die Schiffe über die alte Wuppermündung: Zu Fuß über den knochentrockenen Schlamm.

Auch die anderen Flusspegel der Region sind niedrig. Die Wupper in Opladen dümpelt bei 54 Zentimeter, normal wären etwa 90. Die Dhünn in Manfort hat 30 Zentimeter. Beide Flüsse können aber künstlich mit Talsperrenwasser wenigstens eine Zeit lang davor bewahrt werden, zu einem Rinnsal auszutrocknen.