Pressearchiv:   Presseberichte 2012


Schiffsbrücke wird fit gemacht für den Betrieb

Jetzt geht es richtig los

Endspurt für Einweihung und Richtfest am 26. August

Alle Elemente der künftigen Schiffsbrücke sind endlich vor Ort in der alten Wuppermündung und werden montiert. Die Hauptarbeiten - das Anschließen der Leitungen für Gas, Strom, Wasser, Heizung und Beleuchtung, die Steg- und Geländermontage, das Ausfachen des Geländers ... - erfolgen jetzt oder sind erledigt. Wände und Fußböden erhalten ihren letzten Schliff. Der Förderverein will bis zum Fest den Steg begehbar machen und den Gästen einen Eindruck von der neuen alten Schiffsbrücke vermitteln. Die endgültige Bauabnahme wird aber voraussichtlich später erfolgen und danach der Probebetrieb. So ist das Einweihungsfest gleichzeitig Richtfest.

Schon heute können sich die Besucher von der gelungenen Instandsetzung des Aalschokkers "Recht" und der Tjalk "Freiheit" überzeugen, liegen sie doch wie früher - aber schöner denn je - einträchtig nebeneinander. Nur der Klipper lässt noch auf sich warten. Er befindet sich nach wie vor in Duisburg auf Werftgelände und soll nach Innenausbau und Fertigstellung ebenfalls wieder in der alten Wuppermündung liegen. Statt des Klippers befindet sich ein Ver- und Entsorgungsponton als dritter Tragkörper unter dem Steg. In ihm sind die sanitären Anlagen, Tanks für Trink- und Brauchwasser sowie die Vorrichtungen für die Stromerzeugung untergebracht.


Es ist ein langer und steiniger Weg für die aktiven Ehrenamtler gewesen bis zur Rückkehr der Schiffe in die alte Wuppermündung. Er war gepflastert mit tausenden von Arbeitsstunden, mit bürokratischen Hürden und vielen Rückschlägen.

Am Tag des offenen Denkmals im September  1994 war der Aalschokker "Recht" mit Hilfe eines Krans des Technischen Hilfswerks aus dem Wasser und aufs Ufer gehoben worden. Der Aalschokker wies zahlreiche Löcher in seinem eisernen Schiffskleid auf und war untergegangen. Das war die erste Aktion, die engagierte Bürger zur Rettung der Wupperschiffe und der Steganlage unternommen hatten. Aber es war nicht die letzte. Es schlossen sich viele weitere Maßnahmen an. Schließlich gründete sich im Oktober 1995 der Förderverein Schiffsbrücke Wuppermündung und trat mit einfachen Mitteln und viel Einsatz den langen Weg durch Bürokratie, Instanzen und Auflagen an. Er sammelte Geld, um zunächst die eisernen Schiffskörper auf einer holländischen Werft sanieren zu lassen. Nachdem die Finanzierung der Steganlage gesichert war und vor kurzem noch einmal eine Zusatzförderung bewilligt worden ist, freuen sich die Schiffsleute nun auf das Richtfest im August.

Die Freude wirft aber auch bange Fragen danach auf, wie die Anlage vor künftiger Zerstörung gesichert werden kann, vor Vandalen, die dieses kulturelle Erbe nicht zu schätzen wissen. Erste Anzeichen dafür hat es bereits gegeben: Das Lüftungsrohr an einer Dalbe wurde mit Steinen beworfen und zerstört. Der Förderverein hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet und wird Kameras installieren, außerdem die Anlage von einem Sicherheitsdienst überwachen lassen. Es ist auch anzunehmen, dass die Polizei sporadisch Kontrollfahrten unternimmt. Darüber hinaus sind Spaziergänger, Wandergruppen und Fahrradfahrer aufgerufen, sich Datum und Uhrzeit zu merken und beim Förderverein zu melden, wenn sie Vandalismus beobachten. Es wäre schade um diese historische Attraktion in Leverkusen, wenn sie mutwillig beschädigt werden würde, wenn die Lebenszeit, die von den engagierten Schiffsfreunden in das Projekt gesteckt worden ist, umsonst gewesen wäre.


Die kleine Gastronomie auf der Schiffsbrücke wird voraussichtlich im Frühjahr 2013 in Betrieb genommen - nach einem erfolgreichen Probebetrieb. Die Tjalk soll wie früher als Gesellschaftsraum und Bistro dienen, der Aalschokker als Kiosk, wo sich Radler und Spaziergänger mit Getränken und einem Imbiss stärken können. Den gastronomischen Betrieb wird die gemeinnützige Schiffsbrücke GmbH übernehmen. Als Partner konnte der Förderverein dafür die Diakonie Leverkusen gewinnen, die einen Sitz in der Geschäftsleitung der künftigen gGmbH haben wird. Das gastronomische Angebot soll sich auf einfache Gerichte sowie auf Kaffee und Kuchen beschränken. Bis zum Frühjahr werden die Formalitäten zur Gründung der Betreibergesellschaft erledigt sowie ein kulturelles und ein kulinarisches Programm ausgearbeitet. Eigentümer bleibt nach wie vor der Förderverein Schiffsbrücke Wuppermündung e.V., der weiterhin für Pflege und Instandhaltung des Denkmals verantwortlich ist.

Auch wenn mehrmals Bund und Land, die NRW-Stiftung, der Landschaftsverband Rheinland und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Sparkasse, die Bayer AG, der Chempark und weitere Firmen sowie viele Bürger mit kräftigen finanziellen Zuwendungen geholfen haben - der Förderverein muss von den Kosten der Wiedererrichtung in Höhe von etwa 1,4 Millionen Euro 20 Prozent aufbringen. Und da ist ja noch der dritte Bauabschnitt: der Klipper. Das bedeutet, Spenden und tatkräftige Unterstützung sind nach wie vor vonnöten und sehr erwünscht.

  Spendenkonto




Schiffsbrücke: Einweihung und Richtfest

Das Denkmal steht im Mittelpunkt

Ein Sonntag für Fußgänger und Radler

Am kommenden Sonntag wird der Förderverein Schiffsbrücke Wuppermündung allen, die sich in den vergangenen 16 Jahren für die Wiedererrichtung des Denkmals eingesetzt haben, und allen, die sich für das historische Kleinod interessieren, die Steganlage präsentieren. Dabei wird die Schiffsbrücke eingeweiht, aber noch nicht in Betrieb genommen: Gefeiert wird das Richtfest (siehe Programm). Noch werkeln die Schiffsfreunde am Innenausbau. Im Herbst soll dann die endgültige Bauabnahme erfolgen, danach der Probebetrieb und im kommenden Frühjahr die offizielle Inbetriebnahme.

Die Schiffsbrücke besteht - aus Richtung Leverkusen-Wiesdorf gesehen - aus einem Ponton, einem Aalschokker und einer Tjalk, über die ein Steg führt, der an beiden Uferseiten durch ein Tor gesichert wird. Es ist die letzte Schiffsbrücke ihrer Art in Deutschland, vermutlich sogar in Westeuropa. Ihre Tragfähigkeit ist für maximal 50 Menschen ausgelegt. Daher dürfen zur gleichen Zeit nicht mehr Gäste auf der Anlage sein; sie werden während des Festes in kleinen Gruppen über den Steg geführt.

Die Besonderheit des Denkmals und seiner Lage verlangte für die Einweihungsfeier eine intensive Vorbereitung. So liegt die Schiffsbrücke im Landschaftsschutzgebiet, und es werden zum Fest etwa 2.000 Gäste erwartet. Mit Stadt und Sicherheitskräften wurde ein Konzept ausgearbeitet, das dem Anlass gerecht werden und trotzdem die Umwelt schonen soll.

Das Landschaftsschutzgebiet ist für Kraftfahrzeuge aller Art tabu - bis auf Rettungs- und Versorgungsfahrzeuge. Das Auto bleibt an diesem Tag besser in der Garage, denn es gibt nur begrenzte Parkplätze in Rheinnähe, zum Beispiel an der Bürgerhalle in Leverkusen-Wiesdorf und am Bürriger Versorgungszentrum. Eindeutig im Vorteil sind Gäste, die sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum Denkmal begeben. Fahrradfahrer parken auf der Wiesdorfer Seite auf einem Wiesengrundstück, etwa 500 m vor der Schiffsbrücke - auf der Rheindorfer Seite unter der Autobahnbrücke, ebenfalls etwa 500 m vor der Schiffsbrücke.

Es ist Radlern aus Sicherheitsgründen nicht möglich, bis an das Denkmal heranzufahren, da die Wege für Rettungsfahrzeuge freigehalten werden müssen. Um diese notwendige Vorgabe einzuhalten, ist ein Ordnungsdienst beauftragt. Für Radtourler, die nicht zur Einweihung wollen, ist der Radweg längs der Autobahn zur Durchfahrt aus und in Richtung Hitdorf frei. Zum Radwegenetz und zur geplanten Balkantrasse können sich Interessierte an Informationsständen des ADFC und des Fördervereins Balkantrasse Leverkusen schlau machen. Diese Stände befinden sich in unmittelbarer Nähe der Fahrradparkplätze.

Für Menschen mit Gehproblemen kommen Fahrradrikschas zum Einsatz: Es pendeln jeweils drei von Rheindorfer (unterhalb des Kriegerdenkmals) und von Wiesdorfer Seite (unterhalb der Wacht am Rhein) zum Festplatz. Die Nutzung ist kostenlos.

Für das geistliche und das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt.




Schiffsbrücke und alte Wuppermündung

Zwei Kleinode in der Rheinaue

Ein Sonntag für Fußgänger und Radler

Große Schiffsbrücken am Rhein - zum Beispiel in Mülheim oder Koblenz - gab es noch bis zum Zweiten Weltkrieg. Inzwischen sind sie längst durch feste Brücken ersetzt worden und aus dem Ortsbild fast ganz verschwunden. Lediglich die alte Schiffsbrücke in der ehemaligen Wuppermündung gibt es noch oder wieder. Sie ist in ihrer kulturhistorischen Bedeutung einzigartig in Deutschland - vielleicht sogar in Westeuropa.

Bis in die 1990er-Jahre war die schwimmende Brücke eine der kürzesten und wichtigsten Verbindungen zwischen den nördlich der Wupper gelegenen Orten Monheim, Hitdorf und Rheindorf und dem südlich der Wupper gelegenen Wiesdorf. Zunächst hatte die Anlage aus Holzbooten und einem Brettersteg bestanden, später aus Eisenpontons. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie gesprengt, danach wieder vom damaligen Besitzer Heinrich Gless aufgebaut. Nachdem die Schiffsbrücke bei einem Unwetter in den 1950er-Jahren zerstört worden war, kaufte Gless ausgediente Plattbodenschiffe und nutzte sie statt der Pontons als Tragkörper für die Steganlage. Es handelt sich dabei um einen Klipper, ein Transportboot mit schneidigem Bug, um eine Tjalk mit großem Laderaum und schließlich um einen Aalschokker, gebaut im niederländischen Schokkerland für das Auslegen von Netzen zum Aalfang. Inzwischen ist jedes der drei Schiffe ungefähr hundert Jahre alt.

Die Eintragung der Schiffsbrücke in die Denkmalliste der Stadt Leverkusen erfolgte 1983. Nach dem Tod von Heinrich Gless, mehrmaligem Besitzerwechsel und einsetzendem Vandalismus drohte das Denkmal zu zerfallen, bis sich Bürger der Brücke und der Schiffe annahmen, um die Steganlage wieder zu errichten - ein Langzeitprojekt von mehr als 16 Jahren.


Natur in der Rheinaue

Früher gab es im Rheinverlauf weitläufige Auwälder. Sie zeichneten sich durch viele Pflanzenarten und regelmäßige Überflutungen aus und boten Lebensraum für zahlreiche Tiere, wie Raubwürger, Blaukehlchen und Zwergdommel. Das dokumentieren Aufzeichnungen von Dr. Peter Frey aus den Jahren 1905 bis 1910. Im Umfeld der alten Wuppermündung sind noch Reste der Auwälder erkennbar.

Sie beherbergen heute noch Brutpaare von Baumfalken, Turmfalken und Waldkäuzen. Auch der gelbe Pirol zieht beinahe jedes Jahr dort erfolgreich seine Jungen auf. Nachts jagen Fledermäuse im Auwald nach Insekten. Besonders der Abendsegler - unsere größte Fledermausart mit einer Körperlänge von acht Zentimetern und einer Flügelspannweite bis zu 40 Zentimeter - lässt sich bei beginnender Dämmerung gut beobachten. Unsere kleinste Fledermaus, die mit angelegten Flügeln gerade einmal so groß ist wie eine Streichholzschachtel, kann man oft schon in der herannahenden Dämmerung sehen.

Die alte Wuppermündung als Altarm mit Anbindung an den Rhein ist ein wertvolles Laichgebiet und Jungfischbiotop für Rheinfische wie Hecht, Karpfen, Schleie, Rotfeder und andere. Für diese an Wasserpflanzen laichenden Fische gibt es im Rheinverlauf kaum noch Vermehrungsmöglichkeiten, weil nur noch wenige solcher Altarme existieren. Die Ausweisung der Rheinaue um die alte Wuppermündung als Naturschutzgebiet wird derzeit geprüft. Die unten angeführten Regelungen berücksichtigen diese Schutzwürdigkeit.


Kulturdenkmal und Naturschutz

Beide Kleinode, Schiffsbrücke und Altarm mit Auwaldresten, sind nur zu genießen, wenn Rücksicht auf die Besonderheiten genommen wird. Der Raum auf der Schiffsbrücke ist begrenzt und die Toleranz der Tiere auch. Zelten und Großveranstaltungen mit vielen Gästen, lautes Feiern oder freilaufende Hunde draußen schaden dem Kulturdenkmal und der Natur. Das Einweihungsfest ist daher eine einmalige Ausnahme.

Die Tiere brauchen ungestörte, naturnahe Bereiche zur erfolgreichen Aufzucht ihrer Jungen. Störungen führen schnell zur Aufgabe des Brutstandortes. Ersatzstandorte gibt es kaum, und so verschwindet eine Art nach der anderen erst hier und irgendwann ganz. Richtiges Verhalten geht so:

  • Anreise zu Fuß oder mit dem Fahrrad - nicht mit Kraftrad oder Kraftfahrzeug.
  • Auf den Wegen bleiben und Hunde an der Leine führen.
  • Besonders abends und nachts keinen Lärm machen, grundsätzlich keine Lautsprecher/Musikanlagen draußen einsetzen.
  • Am gesamten Leverkusener Rheinufer bis in den Siedlungsbereich kein Zelt aufschlagen.
  • Keine Abfälle ins Wasser oder in die Landschaft werfen, sondern in die dafür vorgesehenen Behälter. Sind diese überfüllt, Müll mitnehmen und zu Hause entsorgen.
  • Grundsätzlich immer: Wild lebende Tiere nicht beunruhigen und landwirtschaftlich genutzte Flächen - auch Wiesen - nicht betreten.


Ansprechpartner:

Stadt Leverkusen, Fachbereich Umwelt
Untere Landschaftsbehörde
Jürgen Kossler, Tel. 0214 - 406 3247
E-Mail

Förderverein Schiffsbrücke Wuppermündung e.V.




Teilgenehmigung für Wupper-Schiffsbrücke

VON ULRICH SCHÜTZ

Leverkusen (RP). Den ersten offiziellen Behördentest hat die Schiffsbrücke an der alten Wuppermündung, die im Zuge des Rheinuferweg zwischen Rheindorf und Wiesdorf steht, hinter sich. Gestern gab die Leverkusener Bauaufsicht die historische Schwimmbrücke für das geplante Einweihungsfest am übernächsten Sonntag, 26. August, frei.

Allerdings mit einigen Auflagen: "Auf die Schiffe selbst dürfen wir nicht", sagte Karl Lange, der Vorsitzende des Fördervereins "Schiffsbrücke Wuppermündung". [...]

Die neue Steganlage, die sich an den Ufern und auf den drei Schiffskörpern abstützt, kann beim Fest auf Stadtanordnung auch nur mit "kleinen Gruppen" betreten werden, berichtete Lange weiter.

Minister kommt zur Einweihung

Gestern lagen die beiden äußeren Schiffe komplett auf dem Trockenen, das mittlere Boot stand in einer kleinen Wasserpfütze. Steht der Rhein tief, dann fällt der alte Wupperarm meist trocken. Dies kennen die Ortskundigen seit Jahrzehnten.

Trotzdem kann am letzten Augustsonntag an der neuen, alten Brücke schön gefeiert werden: von 10.30 bis 17 Uhr. Den Start bildet eine ökumenische Andacht. Es folgen Reden des Vorsitzenden Karl Lange, von Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn und von NRW-Verkehrsminister Michael Groschek.

Für normale Besucher kann die Schiffsbrücke in der Regel nur zu Fuß oder mit dem Rad erreicht werden. Zumindest früher wussten das vor allem die Bayer-Mitarbeiter, die sich in der Schiffskneipe gern ein oder mehrere Bierchen genehmigten.

Die offizielle Inbetriebnahme des neuen Brückenbistros ist für Dezember ins Auge gefasst.

   RP online vom 18.08.2012




Attraktion

Werbung für die Schiffsbrücke

Die Schiffsbrücke über die Wuppermündung in Rheindorf ist die wohl einzige noch erhaltene ihrer Art in ganz Deutschland. Der CDU-Ratsherr Rüdiger Scholz schlägt daher vor, mit braunen Hinweistafeln für die Attraktion zu werben.

Wenn die Schiffsbrücke über die Wuppermündung in Rheindorf am Monatsende wieder eröffnet wird, ist sie wohl die einzige noch erhaltene ihrer Art in ganz Deutschland. Grund genug, für diesen einzigartigen Anziehungspunkt auch besonders Werbung zu machen, meint der Rheindorfer CDU-Ratsherr Rüdiger Scholz. Er schlägt vor, mit braunen Hinweistafeln, wie sie an den Autobahnen stehen, um auf touristische Attraktionen hinzuweisen, auch in Leverkusen für die Brücke zu werben - besonders, aber nicht allein, nahe der Autobahnausfahrt Rheindorf. Einen ansehnlichen Gestaltungsentwurf hat Scholz gleich mitgeliefert und schlägt einen entsprechenden Antrag bei der Bezirksregierung vor. (ger)

   KStA vom 03.08.2012




Neue Bleche unterm Bauch

Die "Freiheit" liegt endlich da, wo sie hingehört: Ein Schleppboot hat den Wattenmeersegler in der alten Wuppermündung zwischen Rheindorf und Wiesdorf platziert. Zuvor musste das Schiff in Köln-Mülheim repariert werden.

Von Ana Ostric

Wiesdorf.

Die "Freiheit" ist dicht! Freude und Erleichterung war den Mitgliedern des Fördervereins "Schiffsbrücke Wuppermündung" am Montagmorgen anzusehen. Gegen 10 Uhr erreichte der Wattenmeersegler "Freiheit" jene Stelle zwischen Rheindorf und Wiesdorf, wo die Wupper in den Rhein mündet. Eine Stunde zuvor hatte ein Schleppboot die "Freiheit" in Köln-Mülheim abgeholt. Dort befand sich das Schiff seit dem 14. Juli zur Reparatur.

Ursprünglich sollte der Wattenmeersegler schon am vorvergangenen Wochenende in der alten Wuppermündung bei Rheinkilometer 703 platziert werden. Mehrere Jahre hatte das Schiff im Chempark auf dem Trockenen gelegen. Als die Tjalk auf dem Rhein zur Wuppermündung geschleppt wurde, drang von unten Wasser ein. Der Schlepper transportierte das Boot daraufhin zur Reparatur in die "Kölner Schiffswerft Deutz".

"In der Werft hat das Schiff neue Bleche unterm Bauch bekommen, und wir haben nun hoffentlich die nächsten 30 Jahre Ruhe", sagte Karl Lange, Vorsitzender des Fördervereins. Die Kosten für den unfreiwilligen Aufenthalt in Köln seien noch nicht errechnet.

Bevor das Schiff die Werft verließ, gab es am Samstag einen Dichtheitstest zu Wasser. "Bedenken hatten wir nur noch wegen des gefallen Wasserstandes", so Lange. Bei Niedrigwasser könne der Schlepper nicht fahren. Das Wasser im Flussbett war aber ausreichend. Nach der Ankunft in Rheindorf wurde der 24 Tonnen schwere Wattenmeersegler vom Schleppboot gelöst, mit Tauen ans Ufer gezogen und an den Dalben befestigt.

Die Tjalk ist Teil der historischen Schiffsbrücke und wurde erstmals in den 1950er Jahren als schwimmender Tragpfeiler in der Wuppermündung festgemacht. Zur neuen Schiffsbrücke gehören der Aalschokker "Recht" sowie ein Ver- und Entsorgungsponton - beide Schiffe sind schon im Wasser. In den nächsten Tagen werden am Ufer die Arbeiten für die Stahlbrücke fortgesetzt, die die Schiffe miteinander verbinden soll.

   KStA vom 23.07.2012




Die Tjalk wird repariert

Von Ralf Krieger

Der 100 Jahre alte Kahn "Freiheit" war leck und musste in den Mülheimer Hafen geschleppt werden. Dort wird die Tjalk nun repariert, bevor sie in die alte Wuppermündung gebracht wird.

Längst sollte die Tjalk "Freiheit" in der alten Wuppermündung gemütlich vor sich hin dümpeln, aber daraus wurde ja am vergangenen Wochenende nichts (wir berichteten). Weil der 100 Jahre alte Kahn beim ersten Wasserkontakt nach über einem Jahrzehnt leck war, musste er noch am Samstag in den Mülheimer Hafen geschleppt werden. Dort zogen ihn die Arbeiter der "Kölner Schiffswerft Deutz" auf die schräge Helling, wo die "Freiheit" jetzt neben einem riesigen Gastankschiff zur Reparatur aufgebockt steht.

Kein Wunder, dass in den alten Schiffsrumpf nach dem Transport am Samstag an einer Stelle das Wasser eindrang, denn der Metallkörper wurde schon oft geflickt. Die älteren Flicken hat man sogar noch mit Nieten angebracht. Und es ist eigentlich immer so, wenn ein Oldtimer wegen einer kleinen Reparatur in die Werkstatt gebracht wird: Zur Sicherheit, damit der Kahn noch ein wenig länger dicht hält, schweißen die Werftleute in dieser Woche zusätzlich mehrere Bleche unter den Plattboden des Wattenseglers "Freiheit". "An den schlimmen Stellen", wie Meister Ferdi Swoboda sagte. Das heißt aber: Der gesamte vordere Schiffsboden wird mit Blech beplankt. Karl Lange vom Schiffsbrückenverein erwartet eine Rechnung "von unter 5000 Euro". Um zu sparen, erledigen Vereinsmitglieder den Anstrich selbst. Der Schlepper ist für den nächsten Montag bestellt. Dann sollen die zwei Schiffe und der Ponton in der alten Mündung verankert werden und die Arbeit am Steg beginnt. Einen Termin für die Einweihung des historischen Übergangs über die Wuppermündung gibt es inzwischen auch: Am 26. August soll gefeiert werden.

   KStA vom 19.07.2012




Schiffsbrücke

Tjalk "Freiheit" ist undicht

Die Schiffsbrücke an der Wuppermündung ist noch nicht komplett. Während der Aalschokker "Recht" festgemacht wurde, gab es Probleme mit dem Wattenmeersegler "Freiheit". Das Schiff ist undicht und muss in einer Werft repariert werden.

Von Ana Ostric

Zwei Drittel der Schiffsbrücke zwischen Wiesdorf und Rheindorf sind montiert. Am Rheinkilometer 703, wo die Wupper in den Fluss mündet, liegen seit Freitag der Aalschokker "Recht" und der Ver- und Entsorgungsponton. Das restaurierte Fischerboot "Recht" wurde im Auftrag des Fördervereins Schiffsbrücke Wuppermündung mit einem Schlepper von Duisburg nach Leverkusen gebracht. Der Ponton hatte einen kürzeren Weg, er war von Wiesdorf aus über das Wasser transportiert worden. Am Samstag sollte die Tjalk "Freiheit" folgen - doch ein Leck im Wattenmeersegler machte den Plan vorerst zunichte.

Dabei hatte der Schiffstransport am Morgen noch ohne Komplikationen begonnen. Die "Freiheit" hatte auf dem Gelände des Chemparks gelegen. Von dort wurde das Schiff auf einem Anhänger an den Chempark-Kai gebracht und per Kran in den Rhein gehoben. Im Wasser wartete bereits der Schlepper, der die Tjalk rheinabwärts zog.

Am Zielort, der Wuppermündung, wurde derweil schon an der Stahlbrücke gearbeitet, die Ufer und Schiffe miteinander verbinden soll. Mehrere Mitglieder des Fördervereins erwarteten bei Regen und Wind die beiden Boote. Doch die "Freiheit" schaffte es nicht bis in die Mündung. Gegen 13.30 Uhr teilte der Vereinsvorsitzende Karl Lange mit: "Die Freiheit ist undicht!" Mit Eimern sammelten Lange und andere Helfer das eingedrungene Wasser. Doch schnell stand fest: Das Schiff kann nicht in die Mündung geschoben werden, sondern muss zur Reparatur in eine Werft.

"Das wäre jetzt auch das erste Mal gewesen, dass etwas problemlos klappt", kommentierte Gabriele Pelzer, Geschäftsführerin des Vereins, die schlechte Nachricht. An die zusätzlichen Kosten mochte sie gar nicht denken: "Allein der Schlepper kostet 300 Euro pro Stunde." Dennoch blieb keine andere Wahl: Der Wattenmeersegler wurde in eine Werft nach Köln-Mülheim geschleppt. "Alte Nieten sind gerostet, deshalb gab es undichte Stellen", sagte Karl Lange am Sonntag.

Im Laufe der Woche soll die "Freiheit" repariert und, wenn alles glatt läuft, am Wochenende zur Wuppermündung gebracht werden. "Das Schiff hat ein paar Jahre auf dem Trockenen gelegen, da kann sowas vorkommen", so Lange. Der Termin für die Wiedereröffnung der historischen Schiffsbrücke am 26. August sei jedenfalls nicht gefährdet.

   KStA vom 15.07.2012

  Fotos vom 14.07.2012





FÖRDERUNG

Schiffsbrücke bekommt Geld vom Land

Von Hartmut Zitzen

Die NRW-Stiftung hat weitere finanzielle Mittel für die Schiffsbrücke bewilligt. Das historische Ensemble in der alten Wuppermündung zwischen Wiesdorf und Rheindorf war 1991 bei einem Brand zerstört worden.

Leverkusen.

16 Jahre nach seiner Gründung steht der Förderverein Schiffsbrücke Wuppermündung kurz vor dem Ziel: Schon in naher Zukunft soll das historische Ensemble aus den drei Kähnen "Einigkeit", "Recht" und "Freiheit" der Öffentlichkeit wieder als Ausflugsziel und Steganlage dienen und das kulturelle Leben der Stadt bereichern. Willkommene Schützenhilfe erhält der Verein in diesen Tagen dazu ein weiteres Mal von der NRW-Stiftung für Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege. 130 000 Euro Zuschuss zu den Wiederherstellungskosten hat der Stiftungsvorstand unter Vorsitz des früheren Bundeslandwirtschaftsministers Jochen Borchert in dieser Woche bewilligt, womit das ehrgeizige Projekt als weitgehend gesichert gelten kann. Mit früheren Zuwendungen in den Jahren 1999 und 2006 hat die NRW-Stiftung damit bereits rund 260 000 Euro für die Schiffsbrücke zur Verfügung gestellt. Insgesamt geht der Verein von fast zwei Millionen Euro Kosten aus.

Überzeugt hat den Stiftungsvorstand vor allem das ausdauernde Engagement der Vereinsmitglieder, die in den vergangenen 16 Jahren tausende ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet und über 100 000 Euro Spendengelder eingeworben haben. Gefördert wurde die Schiffsbrücke darüber hinaus auch aus Mitteln der Regionale 2010. Zwei der drei fast 100 Jahre alten Kähne - die Tjalk "Freiheit" und den Aalschokker "Recht" - wird der Verein wieder in der alten Wuppermündung zwischen Wiesdorf und Rheindorf verankern. Über sie führt der Steg, der beide Ufer verbindet, daneben werden sie kulturellen und gesellschaftlichen Zwecken dienen. Der Klipper "Einigkeit" wiederum, dessen Restaurierung mit dem größten Aufwand verbunden ist, wird zu einem späteren Zeitpunkt im Rhein vor Anker gehen und dann gegen Entgelt für Segeltörns zur Verfügung stehen.

Die gastronomisch genutzte Schiffsbrücke bestand seit den 1950er Jahren, bis sie 1991 bei einem Brand zerstört wurde. Dem Förderverein wurde sie am 14. Februar 1996 von ihrem letzten Eigentümer Heinrich Schallenberg als Spende übereignet.

   KStA vom 13.07.2012




Ausstellung

Land in Sicht für die Schiffsbrücke

Von Hartmut Zitzen

Das historische Ensemble in der alten Wuppermündung geht der Fertigstellung entgegen. In der Villa Römer gibt es nun eine Ausstellung zur Hi[s]torie der Schiffsbrücke.

LEVERKUSEN - Über 16 Jahre ist es her, dass sich der Förderverein "Schiffsbrücke Wuppermündung" gegründet hat. Vier, vielleicht fünf Jahre sollte es dauern, bis das einst beliebte Ausflugsziel mit dem Klipper "Einigkeit", dem Aalschokker "Recht" und der Tjalk "Freiheit" wieder Gäste bewirten könnte. Aber erst jetzt ist das Ziel tatsächlich in Sichtweite, nachdem der Verein eine Vielzahl teils unvorhergesehener, teils unvorhersehbarer Probleme gelöst hat. Die wenigen Wochen Wartezeit bis zur Neueröffnung überbrückt die Stadtgeschichtliche Vereinigung mit einer Ausstellung in der Villa Römer, die ab Sonntag zu sehen ist.

Nicht nur viele Leverkusener erinnern sich noch gut an das historische Ensemble, das bis zum Beginn der 90er Jahre als Übergang über die Wupper und Restaurant genutzt wurde, bis der Aalschokker eines Nachts in Flammen aufging und sank. Danach ging es mit der denkmalgeschützten Anlage immer weiter bergab, und wahrscheinlich wäre sie irgendwann sang- und klanglos verschrottet worden, hätte sich nicht der Förderverein ihrer angenommen.

Dokument von 1775

In der Ausstellung, die am kommenden Sonntag um 11 Uhr eröffnet wird, erfahren die Besucher unter anderem, dass der Wupperübergang an dieser Stelle eine lange Tradition hat. Schon in einem Dokument von 1775 wird eine Stelle nahe der Mündung in den Rhein als "an der keyserlichen Brücke" bezeichnet. Was aus diesem Bauwerk geworden ist, weiß niemand, erst 1920 wurde dann wieder eine Steganlage aus offenen Holzbooten errichtet.

Ebenfalls in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts erhielt der Fährmann Heinrich Gless die Rechte für die Überfahrt von Rheindorf nach Rheinkassel und für die Überquerung der Wuppermündung. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, 1946, baute Gless eine neue Brückenanlage aus Pontons, die er nach einem starken Hochwasser 1956/57 durch zwei Schiffe ersetzte, die er "Einigkeit" und "Freiheit" nannte. 1967 kam die "Recht" hinzu. Brückenzoll erhob Gless zu diesem Zeitpunkt schon seit 30 Jahren nicht mehr, statt dessen sorgte der Gaststättenbetrieb für Einnahmen.

Das änderte sich auch nicht, als die Wupper Anfang der 70er Jahre für den Bau der Bayer-Deponie verlegt wurde und die einstige Mündung nur noch als toter Arm erhalten blieb. Nach Heinrich Gless' Tod im Jahr 1974 betrieb sein Schwiegersohn Heinrich Nöthgen die Anlage weiter. Später führte Beate Spanke eine Zeit lang die Gaststätte, letzter privater Eigentümer war der Landwirt Heinrich Schallenberg, der das Ensemble dem Förderverein schließlich spendete.

Rückkehr im Mai

Der hatte sich am 26. Oktober 1995 in der Rheindorfer Gaststätte Norhausen gegründet, um die verwahrloste Schiffsbrücke zu retten. Seitdem sind Klipper, Tjalk und Schokker mit erheblichem Aufwand geborgen, in verschiedene Werften verfrachtet und von Grund auf restauriert worden. Die "Recht" und die "Freiheit" können voraussichtlich im Mai an ihren alten Standort zurückkehren, wo sie zusammen mit einem Ponton wieder einen Übergang bilden werden. Der Klipper soll später als Ausflugssegler zu mieten sein, während die Tjalk Veranstaltungen kultureller und geselliger Art dienen wird. Die Bewirtung der Besucher soll nach dem Vorbild des Wildparks als integrativer Betrieb mit der Caritas erfolgen.

Gabriele Pelzer, die sowohl Vorsitzende der Stadtgeschichtlichen Vereinigung als auch Geschäftsführerin des Fördervereins ist, und alle ihre Mitstreiter können den Tag der Wiedereröffnung im August kaum noch erwarten.

Die Ausstellung in der Villa Römer, Haus-Vorster-Straße 6, ist bis zum 20. Mai samstags von 15 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt, der auch zur Besichtigung der Dauerausstellung "Zeiträume Leverkusen" berechtigt, kostet für über 18-Jährige vier Euro. An jedem ersten Sonntag im Monat bietet die Stadtgeschichtliche Vereinigung kostenlose Führungen an.




Diesmal stimmt alles

Leverkusen.

Der Kassenwart vom Verein Schiffsbrücke ist am Samstag auch zur Wuppermündung gekommen. Franz-Josef Olbertz zieht an seiner Zigarre, pafft ein paar Wolken in die kalte Luft und sagt: "N' teurer Spaß ist das hier heute". Teuer vielleicht, aber für die 65 000 Euro, die dieses Wochenende den Verein kostet, wird eine langerwartete Arbeit getan: Mit einem großen Gittermast-Kran auf einer Schwimmplattform rammen ein paar Monteure und ein Ingenieur 25 Meter lange und 70 Zentimeter dicke rostige Stahlrohre zwölf Meter tief in den Flussgrund. Man nennt diese Rohre Dalben. An denen sollen in ein paar Monaten historische Rheinschiffe und ein Ponton sturm- und hochwasserfest vertäut werden. Sie bilden die lange erwartete Neuauflage der historischen Leverkusener Schiffsbrücke zwischen Wiesdorf und Rheindorf.

Am Freitag angekommen, gingen die Bauleute Samstag früh ans Werk. Zuerst wurde die schwimmbare Arbeitsplattform ins Lot und in die richtige Position gebracht, dann schweißten Monteure eine genau ausgerichtete Halterung an ihren Schwimmkörper. In die stellte der Kran das 25-Meter-Rohr, so wie man einen Strohhalm in eine Flasche steckt. Die eigentliche Ramme, groß wie ein Küchenschrank, wird auf das Rohr aufgesetzt. Über Hydraulikschläuche angetrieben, vibriert diese Maschine so intensiv, dass die Dalbe Zentimeter für Zentimeter ins Flussbett eindringt. Das Bauschiff zittert dabei so sehr, dass Rost und Schmutzkrusten von den Aufbauten nur so ins Wasser rieseln. So einfach das Einrammen des ersten von zwei Rohren lief, so kompliziert und zäh war die Vorarbeit. Das kleinere Übel für den zigarre-rauchenden Kassenwart war noch die Steuerprüfung, die der Verein kürzlich über sich ergehen lassen musste. Weil die Stadt größere Steuerrückzahlungen an den eingetragenen Verein leisten musste, hätten die sich "mal alles zeigen lassen", sagt Olbertz, "aber meine Kasse ist sauber."

Prozess "am Hals"

Immerhin habe der Verein nun schon fast eine Million Euro bewegt. Da kommt einiges an Mehrwertsteuer zusammen. Größeres Ungemach als die Behörden hatte ein Statiker dem Projekt beschert. Er hatte die Befestigungsanlagen so überdimensioniert, dass man einen Tanker daran hätte festmachen können. Alles musste neu berechnet werden. Der Streit mit dem Statiker eskalierte, jetzt haben die Freunde der Schiffsbrücke einen Prozess "am Hals". Ein dreiviertel Jahr war Niedrigwasser, da konnte die Ramme genauso wenig arbeiten wie beim Hochwasser neulich.

Aber an diesem Wochenende stimmt alles. Nach und nach belebt sich das Ufer an der alten Wuppermündung. Männer kommen mit ihren Söhnen und gucken ebenso wie ältere Herren auf Fahrrädern - die fehlen selten bei spektakulären Bauarbeiten. Auch wenn der Wind am Rhein so kalt und schneidend ist, dass manchem Beobachter die Füße taub werden und anderen die Augen in Strömen tränen, von den Nasen ganz zu schweigen. Zwei der alten Schiffe, der Klipper (schnittiges Segelschiff) "Einigkeit" und der Aalschokker (Fischerboot mit Schleppnetz) "Recht" liegen in Duisburg, daran wird gearbeitet. Einige Mitglieder hatten den Vormittag mit dem Sandstrahlen der Tjalk (Wattenmeersegler) "Freiheit", die auf dem Autohof bei Bayer steht, verbracht und kamen anschließend gucken. Der Vereinsvorsitzende Karl Lange ließ sich das Schauspiel auch nicht entgehen. Beim Einsetzen der ersten Dalbe schaute er so gebannt zu, dass ihm das kalte Rheinwasser an die Schuhe schwappte. Seine Prognose lautet: "Wenn alles gut geht, liegt die Schiffsbrücke Ende März an ihrem Platz. Wie gesagt, wenn alles gut geht."

   KStA vom 30.01.2012




Bau der Schiffbrücke beginnt

Leverkusen. Zurzeit werden die einzelnen Schiffsteile noch an Land restauriert. Sobald es der Pegelstand des Rheins zulässt, sollen die Pfähle in den Flussgrund der Wuppermündung gerammt werden, wo die Schiffbrücke befestigt wird.

Von Marion Meyer

Das Denkmalprojekt Schiffsbrücke Wuppermündung wird langsam Realität: Am Wochenende werden voraussichtlich die Dalben, Pfähle zur Befestigung der Schwimmkörper, in den Flussgrund der alten Wuppermündung gerammt - wenn Wetter und Wasserstand des Rheins es zulassen. Mit dem Ver- und Entsorgungsponton ist der erste Tragkörper der Steganlage inzwischen in Leverkusen angekommen und am Rheinanleger in Wiesdorf vertäut worden.

Eine Brücke in drei Teilen

Am zweiten Tragkörper, dem Schiff "Freiheit" auf dem Chemieparkgelände, hat sich ebenfalls einiges getan. Der Innenausbau ist schon weit vorangeschritten. Die Vereinsmitglieder haben in Eigenleistung Leitungen und Dämmstoffe verlegt, Beleuchtungskörper angebracht und mit Hilfe einer Leverkusener Firma die Innenwände verkleidet. Ursprünglich sollte das alles vor Ort, das heißt in der alten Wuppermündung, gemacht werden. Wegen des niedrigen Wasserstandes im Rhein hat sich der Förderverein jedoch dazu entschlossen, diese Arbeiten an Land vorzuziehen.

Bevor sich das Schiff auf den Wasserweg an ihren alten und künftigen Standort begibt, erhält es einen neuen Anstrich. Vorbereitungen dazu sind inzwischen erfolgt. So musste das Schiff aufgebockt werden - ein schwieriges Unterfangen, da die Tjalk (so nennt man diese Art Schiff) mehr als 20 Tonnen wiegt. Sobald das Wetter es zulässt, beginnen die Mitglieder des Fördervereins und freiwillige Helfer mit dem Anstrich. Die "Freiheit" wartet dann nur noch auf ihren Abtransport zur alten Wuppermündung. Das Schiff mit dem Namen "Recht" erfährt die gleiche Prozedur auf dem Gelände der Neuen Ruhrorter Schiffswerft in Duisburg. Auch die "Recht" wird von losen Farbresten befreit, bevor dieser dritte Tragkörper der Steganlage seinen neuen Anstrich erhält und gen Leverkusen geschleppt wird.

Der nächste wichtige Schritt zur Wiedererrichtung der Schiffsbrücke ist es, zwei Dalben mit einem Schwimmkran einzurammen. Das soll am Wochenende geschehen. An beiden Pfählen kann die Steganlage künftig gegen Abtreiben und Hochwasser gesichert werden. Diese Aktion ist der offizielle Baubeginn.

Der Schwimmkran braucht einen Wasserstand von mindestens vier Metern am Kölner Rheinpegel, um die Pfähle mit gut 70 Zentimetern Durchmesser in den Flussgrund der alten Wuppermündung zu rammen. Bei einem geringeren Wasserstand bleibt der Schwimmkran stecken, bei einem zu hohen Wasserstand sind die Landmarken zum Einmessen der Rammstellen nicht mehr erkennbar.

   RP online vom 28.01.2012




Hintergrund - Eröffnung im August

Einigkeit und Recht und Freiheit. Mit diesen drei Worten verbinden viele Leverkusener nicht nur die Nationalhymne, sondern auch ein Schiffstrio. In der alten Wuppermündung zwischen Rheindorf und Wiesdorf bildeten der Klipper "Einigkeit", der Aalschokker "Recht" und die Tjalk "Freiheit" bis zur mutwilligen Zerstörung 1992 die denkmalgeschützte Schiffsbrücke.

August 2012 soll die Schiffsbrücke, ein verspätetes Regionale-2010-Projekt, neu eröffnet werden. "Freiheit" und "Recht" werden zusammen mit einem Ponton zur Schiffsbrücke vertäut, die den alten Rad- und Fußweg am Rhein wieder verbindet. Die "Einigkeit" wird verankert und als Ausflugs- und Schulschiff den Rhein befahren. Neben einer Gastronomie für Ausflügler plant der Förderverein Schiffsbrücke Wuppermündung auch kulturelle Veranstaltungen. Die Herstellung der Schiffsbrücke kostet inzwischen fast zwei Millionen Euro, 20 Prozent muss der Verein einbringen.

   KStA vom 30.01.2012




Mit Muskelkraft und Ausdauer ans Ziel

Schiffsbrücke Wuppermündung: Sichtbare Zeichen der Wiedererrichtung

Jetzt wird es sichtbar: Die Wiedererrichtung der Schiffsbrücke in der alten Wuppermündung ist nahe. Denn mit dem Ver- und Entsorgungsponton ist der erste Tragkörper der Steganlage inzwischen in Leverkusen angekommen und am Rheinanleger in Wiesdorf vertäut worden.

Im zweiten Tragkörper, der Tjalk "Freiheit" auf dem Chemparkgelände, hat sich ebenfalls einiges getan. Der Innenausbau ist weit gediehen. In Eigenleistung der Vereinsmitglieder wurden Leitungen und Dämmstoffe verlegt, Beleuchtungskörper angebracht und mit Hilfe einer Leverkusener Firma die Innenwände verkleidet. Ursprünglich sollte das alles vor Ort, das heißt in der alten Wuppermündung, vonstatten gehen. Wegen des niedrigen Wasserstandes im Rhein hat sich der Förderverein dann dazu entschlossen, diese Arbeiten an Land vorzuziehen.

Bevor sich die Tjalk auf den Wasserweg an ihren alten und künftigen Standort begibt, erhält sie einen neuen Anstrich. Vorbereitungen dazu sind inzwischen erfolgt. So musste das Schiff aufgebockt werden - ein schwieriges Unterfangen, da die Tjalk mehr als 20 Tonnen wiegt. Das war jedoch notwendig, um den Unterbodenanstrich bewerkstelligen zu können. Nachdem aus einem geplanten Übungseinsatz mit dem Technischen Hilfswerk nichts wurde, haben Mitglieder des Fördervereins und freundlich zupackende Helfer mit Muskelkraft - oder "Mauenfett", wie der Rheinländer sagt - und mit Hydraulik-Werkzeug in zweitägiger Arbeit vor kurzem das Schiff aufgebockt.

Bei nasskaltem Wetter haben die Männer bis an die Grenzen der körperlichen Belastbarkeit geschuftet. Und sie durften am Ende zufrieden sein: Die Tjalk befindet sich jetzt dank Holzbohlen 85 Zentimeter über dem Boden. Eine Fachfirma aus Duisburg hat in dieser Woche alte lose Farbreste entfernt. Sobald das Wetter es zulässt, beginnen die Mitglieder des Fördervereins und freiwillige Helfer mit dem Anstrich. Die Tjalk "Freiheit" wartet dann nur noch auf ihren Abtransport zur alten Wuppermündung.

Aalschokker "Recht" erfährt die gleiche Prozedur auf dem Gelände der Neuen Ruhrorter Schiffswerft in Duisburg. Die Fachfirma wird auch die "Recht" von losen Farbresten befreien, bevor dieser dritte Tragkörper der Steganlage seinen neuen Anstrich erhält und gen Leverkusen geschleppt wird.

Der Steg und die Tore sind fertiggestellt und werden verzinkt. Es fehlt noch das Geländer.

Der nächste und wichtigste Schritt zur Wiedererrichtung der Schiffsbrücke ist aber das Einrammen von zwei Dalben durch einen Schwimmkran. An beiden Pfählen wird die Steganlage künftig gegen Abtreiben und Hochwasser gesichert sein. Diese Aktion ist der offizielle Baubeginn und startet in Kürze. Der Schwimmkran braucht einen Wasserstand von mindestens vier Metern am Kölner Rheinpegel, um die Dalben mit ihren gut 70 Zentimetern Durchmesser mehrere Meter in den Flussgrund der alten Wuppermündung rammen zu können. Bei einem geringeren Wasserstand bleibt der Schwimmkran stecken, bei einem zu hohen Wasserstand sind für ihn die Landmarken zum genauen Einmessen der Rammstellen nicht mehr erkennbar. Die Natur hat also ein gewichtiges Wort mitzureden bei der Wiedererrichtung der Schiffsbrücke.


Am Tag des offenen Denkmals im September 1994 war der Aalschokker "Recht" aus der alten Wuppermündung mit Hilfe eines Krans des Technischen Hilfswerks aufs Ufer gehoben worden. Der Aalschokker wies zahlreiche Löcher in seinem eisernen Schiffskleid auf und war untergegangen. Das war die erste Aktion, die engagierte Bürger zur Rettung der Wupperschiffe und der Steganlage unternommen hatten. Aber es war nicht die letzte. Es schlossen sich viele weitere Maßnahmen an. Schließlich gründete sich im Oktober 1995 der Förderverein Schiffsbrücke Wuppermündung und trat mit einfachen Mitteln und viel Einsatz den langen Weg durch Bürokratie, Instanzen und Auflagen an. Nachdem die Finanzierung des Projekts gesichert war und vor kurzem noch einmal eine Zusatzförderung bewilligt worden ist, hoffen die Schiffsleute nun auf eine Wiedereröffnung der Steganlage im Sommer 2012.

Auch wenn Bund und Land, die NRW-Stiftung, der Landschaftsverband Rheinland und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Sparkasse, die Bayer AG, der Chempark und weitere Firmen sowie viele Bürger mit kräftigen finanziellen Zuwendungen geholfen haben - der Förderverein muss von den Kosten der Wiedererrichtung in Höhe von knapp 1,4 Millionen Euro 20 Prozent selbst aufbringen. Das bedeutet: Spenden und tatkräftige Unterstützung sind nach wie vor vonnöten und sehr erwünscht.

  Spendenkonto




20 Tonnen in Handarbeit bewegt

Schiffsbrücke Wuppermündung
Ponton am Rheinanleger in Sicherheit gebracht

Einen 20 Tonnen schweren Schwimmkörper bei hohem Pegel und steifer westlicher Brise im schnell strömenden Rhein einmal um den Anlieger zu bugsieren, scheint ein schwieriges Unternehmen. Drei Männer vom Förderverein Schiffsbrücke und drei wasserbaulich versierte Werftmitarbeiter schafften das Kunststückchen doch, indem sie den Ponton mit mehreren Seilen mit dem Schwung der Strömung um den Anlieger herumschwimmen ließen. Auf diese Weise gelang die Arbeit von Hand, die Bayer-Feuerwehr, Rheinschlepper und Technisches Hilfswerk trotz Anfrage gar nicht erst versuchen wollten. Jetzt kann der Ponton auf längere Zeit dort liegen, bis irgendwann Dalben und Verankerung für die Schiffsbrücke in den Schlamm der Wuppermündung gerammt sind.

Der Ponton, ein Teilstück der geplanten Schiffsbrücke in der alten Wuppermündung, musste auf die landwärts gelegene Seite des Anlegers verlegt werden, weil er an der Vorderseite zu nah an der Fahrrinne lag und ein Schifffahrtshindernis war. (rar)

  Video von der Verholung des Pontons, 30.12.2011